CrossCulture Innenansichten – Aussenansichten

MedienConcret –Magazin für die pädagogische Praxis Themenheft 1997

Jugendkulturen sind für die Medien ein gefundenes Fressen: Möglichst schräg und schrill bieten sie ihnen knallige Bilder und freche O-Töne, die ohne viel Aufwand beim einmaligen Besuch eines Techno-Raves, eines HipHop-Jams oder beim Skater-Treff gesammelt werden können. Journalistische Momentaufnahmen, blendend geeignet als "Eyecatch", peppen regelmäßig Zeitschriften und TV-Magazine auf. Darüber hinaus existiert eine Reihe ernstzunehmender, zumeist wissenschaftlicher Studien zur Jugendkultur - was jedoch bislang fehlt, ist authentisches Material, das direkt aus den Jugendszenen an die Öffentlichkeit kommt.
Dieses Manko spiegelt auch die im Jahre 1994 erschienene MedienConcret wider, in der sich fast ausnahmslos Journalisten und Wissenschaftler mit dem Thema "Jugendkulturen und ihre Medien" beschäftigen. So entstand im JFC Medienzentrum Köln die Idee zu "CrossCulture", einem Projekt, das Jugendszenen die Möglichkeit bot, sich mit professioneller Hilfe in Videofilmen selber darzustellen. Die so entstandenen Videobeiträge, gesammelt auf einer Kassette, bilden zusammen mit dieser MedienConcret "Special" ein Medienpaket, das die Ergebnisse des Projektes dokumentiert.
Im Mittelpunkt dieses Heftes stehen ´Innenansichten´ der verschiedenen, am Projekt beteiligten Szenegruppen. Neben Text- und Bildmaterialien aus den Videofilmen, die in alle Portraits einflossen, schrieben einige junge Leute aus den Szenen selber über ihre Erfahrungen, andere steuerten Fotos, szenerelevante Fanzines, Flyer oder andere authentische Dokumente bei. Ohne ihre tatkräftige Unterstützung hätte dieses Heft nicht entstehen können.
Doch ganz ohne ´Aussenansichten´ will auch diese "Special"-Ausgabe nicht auskommen, zumal die Beteiligung der einzelnen Gruppen natürlich recht unterschiedlich war. Hintergrundberichte, Materialsammlungen - über die am Projekt beteiligten Szenen hinaus - und Praxisberichte aus der Jugendarbeit machen das Heft auch als Arbeitshilfe für Pädagogen nutzbar. Zudem wird die Frage nach dem Verhältnis von Jugendkulturen und Jugendarbeit immer wieder thematisiert.