Medienarbeit für Europa

MedienConcret –Magazin für die pädagogische Praxis Themenheft 1998

Wie wenig wissen wir in Europa voneinander! Die Wege zum Nachbarn sind häufig länger als die über den großen Teich: Im Fernsehen und im Kino ziehen wir neben den eigenen Produktionen US-Ware den Angeboten aus anderen europäischen Ländern vor. Nur wenige Studien informieren uns über die Medienangebote, die Vorlieben und das Nutzungsverhalten der anderen. Und im Bereich der Medienpädagogik weiß niemand so recht, wie anderswo gearbeitet wird. Nichtsdestotrotz werden in der schulischen und außerschulischen Praxis immer wieder bi-, tri- oder multinationale Projekte durchgeführt, in denen Jugendliche mit Hilfe der Medien miteinander korrespondieren oder produzieren.
In den 44 Staaten Europas gibt es eine Vielfalt verschiedener historischer Wurzeln, politischer Strukturen und kulturell unterschiedlichen Denk- und Verhaltensweisen - sowie auch Unterschiede im Umgang mit Medien und Medienerziehung. Ein vereintes Europa mit all diesen individuellen Profilen bildet deshalb sicherlich eine spannende Herausforderung zur Jahrtausendwende.
Das Themenheft der medienpädagogischen Schriftenreihe MedienConcret möchte PädagogInnen und JugendarbeiterInnen animieren, auf dem weiten Feld der "Medienarbeit für Europa" aktiv zu werden.
MedienConcret sondiert die europäische Medienlandschaft im Hinblick auf medienpädagogische Arbeit: Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Medienangebot und Medienumgang, Tendenzen der Medienentwicklung wie auch interessante Kooperationsprojekte werden vorgestellt. Ein besonderes Interesse gilt der Situation der Medienpädagogik in Europa sowie der Konzeption und Praxis europäischer Jugendmedienarbeit. Erfahrungen von Medienprojekten mit jungen Leuten zeigen, wie im Rahmen transnationaler Arbeit das Verständnis für kulturelle Unterschiede in Europa erweitert und die Kompetenz im Umgang miteinander gestärkt werden kann.
Ein umfangreicher Serviceteil bietet zahlreiche praktische Handreichungen: Fördermöglichkeiten, Tips zur Planung von Europrojekten, Adressen, Filmlisten, Literatur etc.