RetroPerspektiven – 30 Jahre Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen

Erst ein guter Überblick über die Ursprünge und wichtigsten Entwicklungen in der Medienarbeit ermöglicht eine Standortbestimmung, in der die Gegenwart mit ihren zahlreichen an den vielfältigen Zielgruppen orientierten Ansätzen verortet werden kann. Erfolge werden sichtbar ebenso wie Defizite, so dass sich Herausforderungen für die Zukunft formulieren lassen. Das Heft gibt einen Überblick über medienpädagogische Konzepte und Entwicklungen wie auch Projekte, die in den letzten Jahrzehnten für Furore sorgten. Neben dem Serviceteil mit jeweils 30 ausgewählten Projekten, Filmen, Links und Büchern bildet natürlich auch die Entwicklung im JFC einen Schwerpunkt des Heftes.

Image previewSo bietet diese Heft mit Retro-Perspektiven ganz unterschiedliche Anknüpfungspunkte: Wie haben sich mediale Angebote – z.B. das Kinderfernsehen, die Kinolandschaft und die Familienbilder im Fernsehen – verändert. Auch anhand von Medienskandalen lässt sich gesellschaftliche Entwicklung verfolgen. Und die Beschäftigung mit der eigenen Medienbiographie gilt heute als Grundvoraussetzung für die pädagogische Praxis, denn Mediengebrauch ist quasi ein „kulturelles Erbe“ in den Familien. Neben der Theoriebildung mit den Positionen der Medienpädagogik, pädagogischen Diskursen zur Kindheit im Wandel und speziellen Entwicklungen in einzelnen Praxisbereichen (Geschlechtsspezifische Medienarbeit, Computer-, Videoarbeit) dürfen natürlich auch aktuelle Tendenzen nicht fehlen. So gehen zwei Beiträge der zunehmenden Bedeutung des  Sponsorings und der steigenden Skandalisierung der Medienangebote auf den Grund.

Der Blick zurück offenbart aber auch eine Vielzahl an medialen Highlight, die in unserer schnelllebigen Zeit viel zu rasch in Vergessenheit gerieten: ältere wunderbare Kinder- und Jugendfilme, Spiele, Medienprojekte mit Kindern und Jugendliche, die „ausgegraben“ vielleicht auch heute noch einmal erfolgreich sein können.

Das Heft will in selbstkritischer Reflexion eine Bestandsaufnahme medienpädagogischer Praxis der letzten Jahrzehnte bieten und die wichtigsten Konzepte, Medien und Projekte für die Kinder- und Jugendarbeit herausfiltern und vorstellen. Um bei der Entwicklung einer gemeinsamen Perspektive mitarbeiten zu können, erhalten (insbesondere junge) Pädagogen, aber auch Eltern einen Überblick über ein Arbeitsfeld, das eine lange Tradition hat und dessen Bedeutung in unserem Medienzeitalter zunimmt.