Trickfilme, Märchen und bekannte Kinderfilmklassiker sind für viele Eltern stets eine sichere Bank, wenn der Nachwuchs Filme schauen möchte. Doch die Kinderfilmwelt hält in vielen Genres spannende Schätze bereit, die Eltern durch die Augen ihrer Kinder entdecken können. Ist der Film dann aber wirklich fürs Kind geeignet? Sollte der Nachwuchs Filme alleine oder mit der Familie, zu Hause oder lieber nur im Kino schauen? − Eine medienpädagogische Orientierungshilfe zu den Fragen, die es in der Vielfalt der Filmangebote zu beachten gilt.
Es gibt sie immer noch, die Schubladen, in die auf die Schnelle jene Filme einsortiert werden, die für Kinder in jedem Fall geeignet erscheinen: Mit „Trickfilm“, „Märchen“ oder „Literaturverfilmung“ sind sie beschriftet, und „Kinderfilmklassiker“ sowie „gute Tierfilme“ − gemeint sind dokumentarische Filme − zählen ebenso dazu. Verfilmte Märchenstoffe aus Skandinavien und Osteuropa sind seit Generationen beliebt und können ebenso wie Verfilmungen bekannter Kinderbücher, so die gängige Meinung, die Kinderherzen erfreuen. Sicherlich kein falsches, aber doch ein recht enges Spektrum wird so von vielen Eltern für eine Filmauswahl herangezogen. Eine altersgerechte und am Kind orientierte Filmauswahl hat jedoch noch weitaus mehr Aspekte. Vor allem berücksichtigt sie neben filmspezifischen Gesichtspunkten auch alles das, was Kinder als Filmrezipienten mitbringen: ihren Entwicklungsstand, ihre persönlichen Vorlieben und Neigungen, ihre Medienbiografie, ihre Lebenswelt sowie die Rezeptionssituation, in der sie Filme schauen. Klingt komplizierter als es im Grunde ist.
Welcher Film für welches Alter?
Das ist sicherlich eine der häufigsten Fragen, die sich Eltern stellen, wenn sie eine Filmauswahl für den Nachwuchs treffen. Speziell dann, wenn Eltern in Sachen Medienauswahl hauptverantwortlich entscheiden, Kinder ihre Filmwünsche mitunter noch nicht äußern und Eltern den Schutz ihres Kindes vor schädigenden Medieneinflüssen sehr wichtig nehmen. Hilfestellung und Orientierung finden Eltern zunächst bei den gesetzlichen Altersfreigaben der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), die in einem Prüfverfahren entschieden und vergeben werden. Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus. Filme und andere Trägermedien, die „geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen“, dürfen nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden, so regelt es das Jugendschutzgesetz in § 14 Abs. 1. Welche Maßstäbe der Bewertung zugrunde liegen, darüber informiert die FSK detailliert in einer Broschüre sowie auf ihrer Webseite1und beschreibt, welche Grundlagen jeweils für eine Entscheidung über die Freigabesiegel FSK ab 0, ab 6, ab 12, ab 16 sowie ab 18 herangezogen werden und was konkret der Zusatz „Parental Guidance“ für den Kinobesuch bedeutet. In der familiären Situation scheitern Eltern allerdings häufig daran, dass die Freigabekategorien ihnen „zu grob“ erscheinen und wenig Hilfestellung bei der Filmauswahl für Kinder einer konkreten Altersstufe geben.
Diese von Eltern häufig beklagte Lücke schließen die pädagogischen Altersempfehlungen, die auf der Grundlage medienpädagogischer oder filmkultureller Einschätzungen eine Einordnung vornehmen. Im Mittelpunkt steht hier die Leitfrage, welche wichtigen Fähigkeiten Heranwachsenden für das Erfassen und Verarbeiten eines (Kino-)Films benötigen. Wie ist der jeweilige Film formal gestaltet, welche Themen und Inhalte bietet er Kindern oder Jugendlichen an und wie können diese Kriterien den altersbezogenen Fähigkeiten zugeordnet werden, sind weitere wesentliche Fragestellungen, die bei der Beurteilung eine Rolle spielen. Das Deutsche Kinder- und Jugendfilmzentrum hat in seiner Expertise zur pädagogischen Altersempfehlung (www.kjf.de/tl_files/downloads/Expertise_Altersempfehlung.pdf)2 ein vorläufiges Raster entwickelt, mit dem auch Eltern Filmangebote für Kinder und Heranwachsende zwischen 4 und 14 Jahren detailliert einschätzen und prüfen können.
Das Kriterienraster gibt darüber Auskunft, welche Filmlänge für eine bestimmte Altersgruppe angemessen ist, wie Filmgeschichten für Kinder altersgerecht aufgebaut und beendet werden, welche filmgestalterischen Mittel Kinder in welchem Alter entschlüsseln können und welche Genres junge Filmzuschauer rezipieren. Zudem werden Themenvorlieben und konkrete Lebensbezüge der unterschiedlichen Altersgruppen beschrieben – durchaus verständlich und anregend für alle Interessierten.
Raster für inhaltliche Kriterien für Kinder zwischen 4 und 14 Jahren
(Diese gelten nur bei normaler, alterstypischer Entwicklung)
Kinder von 4-5 Jahren
- Tiergeschichten, die Spaß machen und zur unmittelbaren Identifikation einladen
- Kleine Helden erkunden ihre Umwelt, nehmen ihr Schicksal schon selbst in die Hand und wachsen anhand von solchen Erfolgsmomenten über sich hinaus
- Einbettung der Filmfiguren in familiäre Bezüge
- Gute Unterhaltung mit positiven Erlebnissen und Gefühlen
- Abenteuerreisen aus einer vertrauten Umgebung heraus, die später wieder in eine vertraute Gemeinschaft zurückführen
- Aufgreifen und kindgerechte Beantwortung von einfachen Wissensfragen
Kinder von 6-7 Jahren
- Alltagsgeschichten mit Bezug zur kindlichen Lebenswelt, die auch durch den Schuleintritt sich verändernde Familienbilder sowie neue Themen wie Schule und Freundschaft jenseits der häuslichen Umgebung aufgreifen
- Rollenbilder und -angebote für Jungen und Mädchen; auch die Rollen der Erwachsenen dürfen bereits vorsichtig hinterfragt werden
- Abenteuer- und Fantasy-Geschichten
- Überlieferung traditioneller und moderner Kinderliteratur (etwa Märchen)
- Wissenswertes auch schon außerhalb des normalen Alltagsgeschehens
Kinder von 8-9 Jahren
- Alltagsgeschichten aller Art, in denen Empathie mit den Figuren möglich oder sogar erforderlich ist
- Freundschafts-, Schul-, Fantasy-, Abenteuer-, Science-Fiction, Tier-Geschichten
- Themen des sozialen Miteinanders und über die Funktion von Gemeinschaften
- Informationen zu Wissensgebieten und aktuellen Ereignissen zur Erweiterung persönlicher Erfahrungen
Kinder von 10-12 Jahren
- Sich deutlich von den Erwachsenen abgrenzen
- Konfliktproblematisierung und Möglichkeiten der Konfliktbewältigung (Umgang mit Konflikten, mit Aggressionen und Gewalt)
- Erste Liebesbeziehungen und Bewährungsproben
- Abschluss der Kindheit und erste Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens, die aber zur positiven Identifikation einladen sollten
- Soziales Zusammenleben und kulturelle Besonderheiten
Kinder von 13-14 Jahren
- Filmfiguren, die mit der Welt der Erwachsenen offen in Konflikt geraten
- Alternativen im Umgang mit Problemen und Konflikten (etwa Deeskalation von Gewalt, Hass und Intoleranz)
- Unterscheidung zwischen Realität und Fiktion, Auseinandersetzung zu Mischformen der filmischen Herangehensweise
- Auseinandersetzung mit den Eltern und mit ihren Traditionen
- Liebesbeziehungen und Rollenmuster (sexuelle Identität)
- Handfeste Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens (Coming of Age-Themen)
- Begegnung und Auseinandersetzung mit fremden Kulturen
Die Qual der Wahl
Der beste Weg um herauszufinden, welcher Filminhalt am besten zum eigenen Kind passt, ist, gemeinsam Filme zu schauen. Wird dies von Anfang an praktiziert, finden Eltern schnell heraus, welche Figuren ihr Kind begeistern, wie es auf Farben, Töne und Geräusche reagiert und welche Darstellungen ihm Angst machen. Dabei ist es wichtig, dem Kind Sicherheit (etwa durch Nähe und Körperkontakt) zu bieten und das Gesehene auch später in Gesprächen oder durch gemeinsame Aktivitäten (Spielen, Malen, Basteln) zu verarbeiten.
Häufig entscheiden sich Eltern für Filmstoffe aus ihrer eigenen Kinderzeit. Die Helden von damals werden an die nächste Generation weitergereicht, mit dem sicheren Gefühl, dass sich die Erwachsenen gerne an sie erinnern und die Geschichten ihnen gutgetan haben. Die Filmrezeption verknüpft sich oft mit positiven Erinnerungen und so wird das Filmerlebnis für die Erwachsenen zu einer Reise in die Vergangenheit, während es für die Kinder eine neue Erfahrung ist, die ihren Erwartungen entspricht oder nicht.
Bei Schulkindern sehen sich Eltern häufig in der Situation, dass Filmtitel und -geschichten erwähnt werden, die Klassenkameraden und Freunde empfohlen haben oder die in deren Familien gesehen werden. Die Neugier der Kinder auf Unbekanntes ist groß und auch hier ist es gut, wenn Eltern sich über Filme informieren, die im Gespräch sind und sich ein eigenes Bild davon machen. Da kann es manchmal wichtig werden, sich bei der Filmauswahl für einen vielleicht qualitativ nicht so hochwertigen Mainstreamfilm zu entscheiden, einfach, weil sich durch den Kinobesuch oder den DVD-Nachmittag Gesprächsstoff unter Freunden, in der Familie oder mit Schulkameraden ergibt. Besondere Angebote finden Eltern mit ihrem Nachwuchs bei Filmreihen zu speziellen Genres sowie bei Festivals mit Produktionen aus europäischen Studios und unter den Preisträgern von Filmwettbewerben. Spannend sind in jedem Falle die Jurybegründungen, die die Preisvergabe erläutern, und die Auswertung, ob nach dem Filmbesuch das eigene Urteil ähnlich oder ganz anders ausfällt. Wenn Eltern offen sind für Filme, die sie selbst nicht auswählen würden, bei denen sie aber durch die Augen ihres Kindes eine neue Perspektive entdecken, ist das ein passender Ausgangspunkt für einen fruchtbaren Austausch.
Konflikthemen zwischen Eltern und Kindern ab 10 Jahren sind häufig gewalthaltige Darstellungen und Horrorinszenierungen, die im Teenageralter mitunter als Mutprobe angeschaut werden. Im Alter von etwa 12 Jahren verspüren Heranwachsende häufig den Drang, Filme für Ältere und Erwachsene heimlich zu sehen oder sich eine Kinokarte „zu organisieren“. Dabei ist der Reiz eine Grenze zu überschreiten oft viel stärker, als der tatsächliche Inhalt des Films. Der Nervenkitzel, ob man das Gewünschte erreicht, steht im Vordergrund und manchmal wird der Film mit seinem Inhalt so sehr zur Nebensache, dass nicht einmal die Handlung wiedergegeben werden kann. Eltern zeigen hier am besten eine klare Haltung und Einstellung, sowohl zu den Filminhalten als auch zum Jugendmedienschutz. Wenn sie sich in die Lebenssituation von Heranwachsenden hineinversetzen und diese mitbewerten, werden sie manche Situationen neu deuten. Kein Filmgenre sollte tabuisiert werden, doch gilt es auch, Grenzen zu setzen. Natürlich ist es für die Entwicklung eines persönlichen Filmgeschmacks wichtig, die Vielfalt der Genres kennenzulernen, aber das Hauptaugenmerk für die persönliche Filmauswahl der immer selbständiger werdenden Filmzuschauer sollte auf Filmangeboten liegen, die sie ernst nehmen, Bezüge zur ihrer Lebenswelt schaffen und filmgestalterisch anspruchsvoll umgesetzt sind und sie visuell nicht überreizen.
Hilfe bei der Filmauswahl
| www.kinderfilmwelt.de | Aktuelle Kinofilme für Kinder von 4 -12 Jahren |
| www.kinofilmwelt.de | Kinofilme für Kinder seit 1980 sowie Fachinformationen |
| www.spinxx.de | Rezensionen zu aktuellen Kino- und Medienangeboten von jungen Reportern |
| www.filmdienst.de | Filmkritiken, auch zu Filmen für Heranwachsende |
| www.epd-film.de | Filmkritiken, auch zu Filmen für Heranwachsende |
| www.jungefilmszene.de/filmezeigen | Datenbank zu europäischen Festivalveranstaltern |
| www.kinderfilmblog.de | Private Seite des Kulturkritikers Rochus Wolff |
Kinosessel, Couch oder Chill-Area?
Auch der Ort, an dem Heranwachsende Filme schauen, hat Einfluss auf die Filmauswahl. Hierbei stellen sich Eltern oft die Frage, ab wann das Kino für Filmanfänger der passende Erlebnisort ist. Selten hält ein Kino ein altersgerechtes Programm für Zuschauer im Kindergarten- und Vorschulalter bereit, es sei denn, Kurzfilme für Kinder werden im Rahmen eines Filmfestivals oder von Sonderveranstaltungen präsentiert. Viele der jüngsten Zuschauer müssen sich erst in völlig neue Seherlebnisse einfinden: Im Kinosaal, vielleicht sehr groß und mit vielen Menschen gefüllt, wird es zu Filmbeginn stockdunkel. Durch ihre Größe wirken die Bilder beeindruckender als in kleineren Formaten und der Ton kann durch Lautstärke und Surround-Systeme das intensive Erlebnis verstärken. Nicht selten endet sogar bei unerfahrenen jungen Kinogängern, daheim begeisterte Filmfans, die Filmvorstellung bereits nach kurzer Zeit wegen der als unangenehm empfundenen Sinneseindrücke. Verständnis seitens elterlicher Begleiter ist hier angeraten, und die Enttäuschung darüber, dass die Kinokarte nunmehr vergeblich erstanden wurde, muss hinten anstehen.
Ein Filmvergnügen auf der Couch, in vertrauter Umgebung mit überschaubarem Publikum und Bildschirmpräsentation, bei der bei Bedarf die Lautstärke selbstgeregelt werden und die Vorführung durch Tippen der Pausentaste bei Blue-ray-/DVD-Filmen unterbrochen werden kann, ist für die Beteiligten manchmal wesentlich entspannter. Im Zeitalter von wandfüllenden Plasmabildschirmen, erschwinglichen Beamern fürs Heimkino und 3D-fähigen TV-Geräten werden sich die Rezeptionsgewohnheiten in absehbarer Zeit auch für Vier- bis Sechsjährige verändern. Ein aufmerksamer Blick und eine liebevolle Begleitung bleiben jedoch die beste Unterstützung für ein freudiges wie genussvolles Medienerlebnis von jungen Kindern und Eltern.
Das „Kino im Kinderzimmer“ ist im Zeitalter der Digitalisierung für Kinder mit fortschreitendem Alter spannend. Wenn Kinder zunehmend eigenständig werden und sich von ihren Eltern abgrenzen wollen, ziehen sie sich gerne räumlich aus dem Familienumfeld zurück, um neben anderen digitalen Aktivitäten auch Kinofilme und TV-Serien über Streaming-Plattformen ungestört und „ungefiltert“ durch die elterliche Meinung direkt in ihrer Chill-Area zu genießen. Dabei müssen Eltern und Kinder wissen, dass es unter diesen Plattformen auch illegale Anbieter gibt, die die Rechte zur Bereitstellung von Filmen im Internet nicht erworben haben. Hierbei ist äußerste Vorsicht geboten, denn wenn ein Portal „offensichtlich“ illegale Inhalte anbietet und der Nutzer diese abruft, macht er sich strafbar, das entschied der Europäische Gerichtshof im April 2017.3 So gilt ab sofort, dass schon das kurzzeitige Zwischenspeichern der Streams auf Geräten der Endnutzer eine Rechtsverletzung und damit strafbar ist. Kinox, Streamcloud oder KKiste punkten bei jungen Nutzern insbesondere dadurch, dass sie aktuelle Kinofilme als einzige zum Nulltarif im Netz anbieten. Das gelingt jedoch nur, weil die Betreiber Urheberrechte nicht beachten, also illegal handeln. Nicht selten lauern hier zudem Kosten- und Datenfallen sowie Sicherheitsrisiken, beispielsweise Viren und andere Schadsoftware, die sich auch ohne Installation übertragen können.
Legale Alternativen hierzu sind Video-on-Demand-Anbieter4 und Online-TV-Anbieter, die gegen eine monatliche Gebühr ihr Repertoire im Netz bereitstellen. Auch beim Filmprogramm aus der Netzwelt sollten Eltern darüber Bescheid wissen, welche Dienste ihre Kinder nutzen und mit ihnen auch über Urheberrechte und Jugendschutz sprechen. Je nach Alter empfiehlt sich die technische Unterstützung durch ein Jugendschutzprogramm, das altersgerecht eingestellte Angebote ausfiltert. Treffen Familien auf Seiten mit nicht jugendfreien Angeboten, können Eltern dies bei jugendschutz.net oder i-Kiz.de melden – so sind auch andere davor geschützt.
YouTube als Kino- und TV-Ersatz?
YouTube gilt zweifelsohne laut der aktuellen JIM-Studie 20165 als Favorit bei jugendlichen Mediennutzern; knapp 40 % der 12- bis 13-Jährigen zählen den Dienst zu den wichtigsten Apps auf ihrem Smartphone und knapp 50 % der 12- bis 19-Jährigen schauen hier mindestens einmal pro Woche Serien und Kinofilme. Was sich für die älteren Heranwachsenden als willkommener filmischer Begleiter und Zeitvertreib entwickelt, bei dem sie ihre Themenvorlieben und ihr Informationsbedürfnis ganz individuell abrufen, wird von Eltern von Grundschulkindern mitunter sorgenvoll betrachtet. Auch wenn die Nutzerinnen und Nutzer der Plattform laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen mindestens 13 Jahre alt sein müssen, ist nicht ausgeschlossen, dass jüngere Kinder Filme mit ungeeigneten Inhalten – Gewalt, Pornografie, Rechtsextremismus – aufrufen können, denn eine Altersprüfung nimmt der Betreiber bei der Nutzeranmeldung nicht vor. Wohl aber gibt es die Möglichkeit, einen „eingeschränkten Modus“ zu aktivieren, der potenziell nicht jugendfreie Inhalte ausfiltert. Wichtig zu wissen: Wenn mehrere Geräte genutzt werden, muss dieser Modus für jedes Gerät und jeden verwendeten Browser aktiviert werden. Als kindgerechte Alternative bietet sich die Videoplattform juki.de an, die sowohl das Anschauen altersgerechter Videos als auch das Einstellen selbst erstellter Filme ermöglicht.
Nicht vergessen werden soll der Blick auf die elterlichen Nutzungsgewohnheiten von YouTube, die im weitgefächerten, kostenfreien Angebot von Filmen und TV-Serien regelmäßig auch Filme mit ihren Kindern anschauen. Problemlos können Feuerwehrmann Sam, Das Sandmännchen, Yakari und Hexe Lilli oder Filme aus der eigenen Kinderzeit auf dem Bildschirm aufgerufen und angeschaut werden. Tückisch ist nur, wenn Kinder dann allein sind und nach Ablauf des ausgewählten Films automatisch eine Fortsetzung abgespielt wird. Da geraten verabredete Filmzeiten schnell in Vergessenheit, weil das Ende der Präsentationen nicht immer klar erkennbar ist. Und gehen Kinder auf YouTube nach einem Filmerlebnis selbst auf Filmsuche, kann es hier unerwünschte Überraschungen geben. Das Bild mit einer niedlichen Katze gehört vielleicht zu einem Beitrag über Tierunfälle und Missgeschicke, die Jugendliche und Erwachsene möglicherweise erheitern, durch Kinderaugen aber völlig anders wahrgenommen werden.