Magazin für die pädagogische Praxis

Fachbeiträge

Frau im schwarzen Kleid steht vor einer Wand aus Neonröhren

Der Körper als letzte Instanz

Gesund in digitalen Welten

Belastungen aller Art schlagen sich in Körper und Psyche nieder – gerade auch bei der „Krisen“-Generation Z. Das Begriffsdreieck Jugendliche, Mental Health und Medien öffnet ein riesiges Feld von Assoziationen und Zusammenhängen mit Begriffen, die hier sehr grob aufgefächert werden sollen. Laut WHO und dem Konzept der Salutogenese ist Gesundheit mehr als die Abwesenheit von Krankheit und bezieht auch soziale Aspekte ein. Das soziale Wohlbefinden wird jedoch durch neue Formen der Digitalität in der Alltagsgesundheit mit durchaus ambivalenten Auswirkungen berührt. Hier ist die Medienpädagogik aufgerufen, Angebote und Methoden zu entwickeln.

In unserer Betrachtung sollen Kinder und Jugendliche, die seit dem Beginn des neuen Jahrtausends geborenen sind, im Fokus stehen. Diese „Generation Z“ hat in ihrer Lebenszeit (auch in Deutschland) verschiedene Krisen erlebt1, für sie sind die Umweltkrise, Krieg und Ausgrenzung die am meisten belastenden Faktoren.2So verwundert es nicht, dass auch die psychischen Probleme von Kindern und Jugendlichen zugenommen haben.  

Dimensionen der Gesundheit

Der Gesundheitsbegriff und das Verständnis von Gesundheit umfassen das gesamte Spektrum menschlicher Existenz. Daher hat die Weltgesundheitsorganisation Gesundheit definiert „als Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht das Freisein von Krankheit und Gebrechen“3. Dieses normative Gesundheitsverständnis lässt zum einen den Subjekten in ihren sozialen Kontexten den Spielraum, auszuhandeln, was für sie Wohlbefinden ausmacht. Für die Erklärung, was Menschen gesund hält oder krank macht gibt es zwei zentrale Ansätze: die Pathogenese und die Salutogenese. Mit der Pathogenese werden bio-psycho-soziale und physische und mechanische Faktoren identifiziert, die die Entstehung von Krankheiten erklären. Diese bilden die Grundlage der Medizin.

Welche Phänomene oder Verhaltensweisen dabei mit medizinischen Kategorien erfasst und bearbeitet werden, ist wiederum soziokulturell und sozioökonomisch beeinflusst. Neue gesellschaftliche oder alltägliche Probleme werden medikalisiert4, um sie im medizinischen System bearbeitbar zu machen. Das Modell der Salutogenese5geht hingegen davon aus, dass es ein Kontinuum zwischen den Polen Gesundheit und Krankheit gibt, auf dem sich Individuen bewegen. Dies bedeutet, dass ein Individuum bei einer Erkrankung nicht über ausreichende Widerstandsressourcen verfügt, die jedoch gefördert werden können, um Einschränkungen und Folgen der Krankheit zu bewältigen.

Für die Aktivierung der Ressourcen und den Erhalt der Gesundheit ist das Kohärenzgefühl wesentlich. Damit ist gemeint, dass Individuen ihre Lebenssituation oder eine neue Anforderung verstehen, sie diese aktiv handhaben und gestalten und dies als sinnhaft erleben. Mental Health verbindet das Gesundheitsverständnis der WHO und der Salutogenese. Es ist nicht allein die Abwesenheit psychischer Erkrankungen gemeint, sondern ein Zustand des psychischen Wohlbefindens, der es Menschen ermöglicht, mit dem Stress des Lebens umzugehen, ihre Fähigkeiten zu erkennen, gut zu lernen und gut zu arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft zu leisten.

Psychische Gesundheit ist ein grundlegendes Menschenrecht6. Damit ist sie das Bindeglied der körperlichen und sozialen Dimension von Gesundheit und Krankheit. Hilfreich und anschlussfähig an das Konzept der Salutogenese und der Mental Health sind Konzepte des Well-being, die in verschiedenen Studien zugrunde gelegt werden. Wohlbefinden ist aus Sicht von Kindern das Erleben von Glück und Spaß, die Gewährleistung von Sicherheit und vertrauensvollen Beziehungen, die Möglichkeit, eigenständig handeln zu können, Entscheidungen zu treffen, auch ohne Kontrolle der Erwachsenen. Eine besondere Bedeutung haben Spiel und Teilhabe in der Sozialwelt der Peers: Hier gut integriert zu sein, Freund:innen zu gewinnen und in der peer-Gruppe Spiel und Zusammenhalt zu erleben, an Aushandlungsprozessen teilzuhaben und Herausforderungen zu bewältigen, sind aus Sicht der Kinder für ihr Wohlbefinden elementar. Neben diesen Aspekten des psychischen Wohlbefindens, sind die Möglichkeiten sich materielle Güter leisten zu können und Gelegenheiten zum Lernen zu haben wichtige Aspekte des sozialen Wohlbefindens für Kinder.

Risiken der digitalisierten Lebenswelt

Medien betreffen Kinder und Jugendliche als Konsument:innen und Produzent:innen, Lernende, Bürger:innen und last but not least als Erkrankte/Patient:innen. Krisen finden hier ihren Widerhall: in Social Media, Streamingangeboten, Apps, öffentlich-rechtlichen Medien, Musik, Filmen, Games. Und seit langem sind Medienrisiken Thema des Jugendmedienschutzes und werden hier pädagogisch aufgegriffen. Schwerpunkte sind derzeit: Mediensucht, Ausgrenzung und Diskriminierung, Cybermobbing, Rassismen, Sexismen und die Diskriminierung von LGBTQ+, sowie Online-Risiken im Bereich der sexuellen Gewalt7. Dynamisiert werden Diskriminierungs- und Normierungsprozesse durch digitale Bewertungssysteme, die in Algorithmen von Apps, Games und Plattformen wirken und beispielsweise oft gelikte Personen, Bilder oder Posts überproportional belohnen, ähnliche Bilder oder Outfits clustern, Werbung adressieren, Spieler:innen zum Weitermachen motivieren (Microtargeting). Kinder und Jugendliche werden auch da, wo sie sich „sicher“ unter „ihresgleichen“ fühlen (z. B. in einem Game oder im Chat) von Dritten beeinflusst, seien es kommerzielle Anbieter, politische Akteure oder Kriminelle8.

Diese nicht aufzulösende Verflechtung von aktiver und passiver Mediennutzung erzeugt eine Lebenssphäre, die mit „Digitalisierung der Lebenswelt“ zwar benannt, aber noch nicht verstanden ist. Ihre zivilisatorische Regulierung ist jedenfalls noch unvollkommen. Die gleichzeitig nach Autonomie und Zugehörigkeit suchenden Jugendlichen kommunizieren in Medien über ihre Weltsicht und Gefühle. So bilden sich hier auch neue Formen von Aufklärung und Solidarisierung.

Auswirkungen digitaler Gesundheitslösungen

Schauen wir nun genauer auf explizit gesundheitsbezogene Anwendungen in sozialen Medien bzw. auf dem Smartphone. In dieses sehr grob skizzierte Feld von Gesundheit und Well-being dringt Digitalisierung nun mit aller Macht ein. Aus Sicht des Gesundheitssystems geht es primär um personenzentrierte digitale Gesundheitslösungen zur Prävention, Diagnostik, Therapie, auf der Grundlage von Datenanalyse, künstlicher Intelligenz und Robotik9. Damit verbunden ist die digital-ökonomische Steuerung von Gesundheitsleistungen und die Frage, wie die digitalbasierte Absicherung des Krankheits- und Pflegerisikos zukünftig aussehen wird. An vier Beispielen können Wirkungen sichtbar werden.

  • Fitness- und gesundheitsbezogenen Apps und Wearables: Deren Gebrauch führt bei Nutzenden zu einer höheren Wahrscheinlichkeit, das Solidaritätsprinzip in der gesetzlichen Krankenversicherung abzulehnen10. Ihre Erwartung ist, dass sie durch die Weitergabe der Daten an die Krankenversicherung geringere Beiträge zahlen. Hier zeigt sich, wie salutogenetisches Handeln durch Digitalisierung pervertiert wird: Ich verstehe, dass Bewegung gut ist; dieses Verständnis nutze ich, indem ich die Daten aufzeichne und erlebe es dann als besonders sinnvoll, wenn ich weniger Krankenkassenbeitrag zahle. Diese individualisierte digitale Selbstoptimierung führt dazu, dass die sozialen Bedingungen für Gesundheit ausgeblendet, und die Kosten denjenigen zusätzlich aufgebürdet würden, die nicht über das soziale und kulturelle Kapital verfügen, Fitness-Apps und Wearables gesundheitsfördernd zu nutzen.
  • Digitales Placebo oder Expertise: In einer Untersuchung in den USA konnte nachgewiesen werden, dass Patient:innen sich in der Kommunikation zur ihrer gesundheitlichen Lage von ChatGPT besser verstanden fühlten und die Informationen hilfreicher fanden als die Kommunikation mit ihren Ärzt:innen11. Vor dem Hintergrund der Placeboforschung, dass allein positive Erwartungen von Patient:innen an eine Intervention schon wirksam sind, ohne dass damit medizinisch Wirkung nachweisbar ist, liegt in ChatGPT und vergleichbaren KI-gestützten Kommunikationssystemen ein hohes Potenzial für wirksame gesundheitsförderliche Kommunikation. Vor dem Hintergrund der weltweiten Knappheit von Gesundheitspersonal kann Digitalisierung hier wirksam Beratung und Förderung der Gesundheitskompetenz unterstützen. Die mit ChatGPT verbundenen ökonomischen Interessen und die Intransparenz der KI bleiben trotz der positiven Wirkung ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor für die Gesundheit.
  • Gesunde Aktivitäts- und Zeitbalance: Das Wohlbefinden wird durch den Gebrauch digitaler Medien und sozialer Netzwerke an sich beeinflusst. Auch wenn die Befunde nicht immer eindeutig sind: Die Gesundheit insbesondere bei Kindern und Jugendlichen wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, sei es durch zu wenig Schlaf, Bewegungsmangel, Selbstwertprobleme im Körperbild oder Mobbing. Die Skandalisierung extensiver Nutzung digitaler Medien für die Entwicklung und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hilft ihnen jedoch nicht zu lernen und herauszufinden, wie Digitalisierung für die eigene Lebensgestaltung und emanzipatorische Entwicklung genutzt werden kann. Digitale Angebote sind wiederum hochwirksame Determinanten für Gesundheit.
  • Zwischen Selbsthilfe und Kommerz – Gesundheitsapps und Blogs: Selbstverständlich thematisieren Jugendliche das Thema Mental Health und Wohlbefinden auch selbst in Social Media: Es gibt jede Menge Blogs und Podcasts, Videos zu unterschiedlichen psychischen Problemen, darunter neben sinnvollen Angeboten zum Austausch unter den Betroffenen auch immer mehr kommerzielle wie beispielsweise Apps, die bei mentalen Problemen helfen sollen. Einige werden auch von Krankenkassen empfohlen.12Dem aktiven und aktivierenden Umgang mit psychischer Erkrankung in Sozialen Medien widmen sich Forschende im Projekt DISA13, wo sie vor allem Menschen im Zusammenhang mit Angststörungen untersuchen. Die Autor:innen kommen zu dem Schluss, dass„Soziale Medien das Potenzial haben, das Engagement und die Eigenverantwortung von Betroffenen zu steigern und den Aufbau von Communities zu unterstützen“. 
Eine Arm hält einen gelben Luftballon mit einem fröhlichen Gesicht drauf in die Luft vor einem sonnig-blauem Himmel als Hintergrund.

In den Wirkungen der Digitalität auf die Alltagsgesundheit ist also das soziale Wohlbefinden im Sinne des oben genannten Gesundheitsverständnisses berührt. Um die beschriebenen Konsequenzen zu beeinflussen, zu vermeiden oder zu verändern, bräuchte es eine aktive Beteiligung, die Zweifel, Infragestellen und Einschränkungen ebenso zulässt wie die Weiterentwicklung bestehender oder Ideen für ganz neue Anwendungen. Nutzer:innen gleich welchen Alters brauchen Räume, um sich individuell und kollektiv von Konsument:innen zu reflexiven Prosument:innen zu entwickeln und sich die neuen Formen der Digitalität im Gesundheitsbereich anzueignen. Hierzu gehört, die Ambivalenz und Ambiguität der Digitalität auf das subjektive Wohlbefinden anzuerkennen und gestaltbar zu machen.

Gläserne Gesundheit

Die in diesen Beispielen sichtbare Verschränkung von digitaler Technik mit subjektiven Gesundheitsvorstellungen, körper- und leibbezogenen Handlungen und deren Einbettung in institutionelle und sozialpolitische Strukturen zeigt die verschiedenen gesellschaftlichen Erwartungen von Akteur:innen und Institutionen. So sollen durch digitale Technik und KI Gesundheitsrisiken identifiziert, Versorgung bio-digital-technisch personalisiert gestaltet, finanzielle und personelle Ressourcenprobleme gemildert, wenn nicht sogar gelöst werden. Vor diesem Hintergrund entwickeln sich neue Formen der Digitalität in der Alltagsgesundheit. Diese sind nach Cappel14 mit drei Konsequenzen verbunden:

Die Art und Weise wie Wissen über Gesundheits- und Gesundheitspraktiken hergestellt und bewertet wird, kann dazu führen, das gemessene Gesundheitsdaten wichtiger werden als die subjektive Einschätzung oder die medizinische Perspektive. Nicht mehr kausale Ursachen für Gesundheit und Krankheit stehen im Vordergrund, sondern die Korrelationen der erhobenen Gesundheitsdaten werden wichtiger. Damit findet diese Koordinationslogik nicht mehr als Konvention im Sinnhorizont Gemeinwohl statt, sondern in einer dem Gemeinwohl nicht mehr zugänglichen technologischen Black-Box.
Dabei könnte es auch Chancen geben, etwa die Erforschung von kausalen Krankheitsursachen bzw. Gesundheitsrisiken nach der Identifikation von statistischen Wahrscheinlichkeiten. Hier wird deutlich: es kommt darauf an wer die Fragen stellt und Antworten generieren darf.

Die Einbeziehung von immer mehr Aspekten des sozialen Lebens in die Generierung von digitalem Gesundheitswissen kann dazu führen, dass soziale und gesellschaftliche Faktoren für die Bewertung von Gesundheit wichtiger werden als biologische Faktoren. Das können die tägliche Bewegung, die Arbeitszeit, das Wetter oder das Reiseverhalten sein. In gewisser Weise entspricht es ja den Forderungen der Salutogenese, auch soziale Faktoren einzubeziehen. Da aber in der Gewinnung und Vernetzung der Daten dann Technologieunternehmen eine zentrale Rolle spielen, die sich der politischen Steuerung der Gesundheitsinterventionen im Sinne kausaler Diagnose- und Therapieverfahren entziehen, gibt es hier auch die Gefahr der Diskriminierung von „ungesunden“ Lebensstilen.   

Mit der Möglichkeit verschiedene Lebensbereiche über digitale Daten zu vernetzen, werden Gesundheitsdaten für verschiedene Interessengruppen immer interessanter, beispielsweise Arbeitgeber, Vermieter, Pharmaunternehmen, Partnerbörsen, Freizeitunternehmen, politische Entscheidungsträger usw. In diesem Zusammenhang können auch Daten, die man zunächst gar nicht als Gesundheitsdaten bewerten würde, genutzt werden, wie z. B. Mobilitätsdaten, Daten zum Lebensrhythmus, Kaufverhalten, Auswertung von Bildern und Tönen. Der/die Einzelne kann sich immer schwerer dagegen wehren, dass aus seiner Datenspur Schlüsse über den Gesundheitszustand gezogen werden.Dies kann bedeuten, dass Einzelne in einem Bereich als gesund, in einem anderen Bereich als krank, bzw. Träger:innen eines Risikos eingestuft werden. Hierdurch können neue Formen eines digitalen Überwachungskapitalismus entstehen, in dem auch Gesundheitshandlungen bewertet werden.

Themenfelder der Medienpädagogik

Aus diesem ersten Überblick möchten wir vier medienpädagogisch relevante Themenfelder nennen, für die die Weiterentwicklung von konkreten Methoden und Angeboten sinnvoll wäre:

  • Lebensqualität und Wohlbefinden in einer digitalisierten Lebenswelt mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam definieren und gestalten: Kompetenz stärken, Medien als stabilisierenden und bereichernden Faktor im Leben nutzen; junge Menschen in dem begleiten, was sie aus Medien entnehmen und was sie daran erfreut, ängstigt, beeinflusst oder verstört (Kriegs- oder Katastrophenberichterstattung, Gewalt, Diskriminierung, Sexismus).
  • Die konkreten psychischen Belastungen ernst nehmen: Dabei können Erwachsene die gewachsene Bereitschaft von Jugendlichen aufgreifen, offen mit psychischen Problemen umzugehen, sich Hilfe zu suchen und gemeinsam bessere Hilfen entwickeln15und beispielsweise Health Apps und Tools gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen ausprobieren und qualitätsvolle, den realen Kontakt ergänzende digitale Angebote entwickeln (Qualitätssiegel). Gemeinsam die Grenze zwischen Selbstoptimierung und echter Hilfe hinterfragen: Wie verändert sich das Verständnis von richtig und falsch, von gesund und ungesund, schön und hässlich?
  • Interessen und Machtverhältnisse hinter den Technologien transparent machen: Aufzeigen, wie Biometrie und Psychometrie (das Erkennen und die Darstellung von Emotionen, Befindlichkeiten, Krankheiten) mit KI funktionieren, über Normierungs- und Beeinflussungsmechanismen aufklären, gesellschaftliche Folgen wie Entsolidarisierung, Individualisierung, Veränderungen im Gesundheitssystem thematisieren. 
  • Kontextualisieren, einordnen und bewerten, was Well-being fördert: Sich gemeinsam darüber verständigen, was Referenzrahmen sein könnten, was Wohlbefinden für uns sein soll, wie man es wahrnehmen kann und wie die Flut und unklare Genese virtueller Informationen bewertet werden kann. Wir möchten vorschlagen, verschiedene Wahrnehmungsräume miteinander zu kombinieren und die direkte/analoge Wahrnehmung von Körper, Mitmensch, sozialem Umfeld, Natur und der Community, (z. B. Quartier, Kreis oder Stadt) mit deren digitaler Darstellung/Wahrnehmung/ Bewertung reflexiv zu verknüpfen.
Der gläserne Mensch – ein Segen für die Patient:innen, ein Alptraum für Datenschützer:innen.

Das Ganze im Blick behalten: Psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen (auch im Kontext von Medien) ernst zu nehmen bedeutet auch, gutes Leben und Gesundheit nicht nur als ein individuelles Projekt, sondern als ein Gut anzusehen, dass nur gemeinschaftlich (Familie, Freunde, Quartier) gestaltet werden und im Rahmen einer lebendigen Natur existieren kann.


Anmerkungen
  1. 1. Mühlhausen, C. (2022): Auszug aus dem Health Report 2022 von Corinna Mühlhausen. Online: https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/generation-z-mental-imbalance-youth/
  2. 2. UNICEF (Hrsg.) (2021): On My Mind: die psychische Gesundheit von Kindern fördern, schützen und unterstützen. Online: https://www.unicef.de/_cae/resource/blob/249178/df8537c4c9c2106922f49da4884e82b4/zusammenfassung-sowcr-2021-data.pdf und SINUS-Jugendforschung: Ergebnisse einer Repräsentativ-Umfrage unter Jugendlichen 2022/2023  im Auftrag der BARMER, Heidelberg, November 2022. Online: https://www.sinus-institut.de/media-center/studien/barmer-jugendstudie-2022-23
  3. 3. WHO (1946/1948): Constitution of the World Health Organization. Online: http://apps.who.int/gb/bd/PDF/bd47/EN/constitution-en.pdf?ua=1
  4. 4. Illich, I. (2022): Die Nemesis der Medizin: Die Kritik der Medikalisierung des Lebens. 7. Aufl. München: C.H. Beck.
  5. 5. Antonovsky, A. (1987): Unraveling the mystery of health: How people manage stress and stay well. San-Francisco: Jossey-Bass.
  6. 6. WHO (2019): Mental Health. Online: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/mental-health-strengthening-our-response
  7. 7. Vgl.: https://ajs.nrw/themen/
  8. 8. Beispiel: Die internationale unicef-Studie bemerkt: „Dabei fällt in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern vor allem auf, dass die jungen Männer zu fast 15 Prozent, hingegen die jungen Frauen nur zu etwa 12 Prozent den Eindruck haben, durch Gewalt oder Vandalismus in den eigenen Aktivitäten eingeschränkt zu sein. Die deutsche Kriminalstatistik zeigt bei Straftaten insgesamt nach den Angaben des BKA (2020) zwischen 2015 und 2019 einen deutlichen Rückgang auf. Doch in der Wahrnehmung der 16- bis 24-jährigen jungen Frauen und jungen Männer spiegeln sich diese Veränderungen nicht wider.“
  9. 9. WHO (2021): Global strategy on digital health 2020 – 2025. Online: https://www.who.int/publications/i/item/9789240020924
  10. 10. Böning, S. L.; Maier-Rigaud; R.; Micken, S. (2019): Gefährdet die Nutzung von Gesundheits-Apps und Wearables die solidarische Krankenversicherung? WISO Diskurs. Friedrich-Ebert-Stiftung. Online: https://library.fes.de/pdf-files/wiso/15883.pdf
  11. 11. Ayers, J. W.; Poliak, A.; Drezde; M. (2023): Comparing Physician and Artificial Intelligence Chatbot Responses to Patient Questions Posted to a Public Social Media Forum. JAMA Intern Med. 2023, 183(6), S. 589-596. Online: https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/2804309?guestAccessKey=6e56dadd-9511-49bf-840e-3c6ea56e645e&utm_source=silverchair&utm_medium=email&utm_campaign=article_alert-jamainternalmedicine&utm_content=olf&utm_term=042823
  12. 12. https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/leistungen-gesetzliche-krankenkassen/apps/depressionen/
  13. 13. https://disa.fh-potsdam.de/portfolio/soziale_medien_mentale_gesundheit/
  14. 14. Cappel, V. (2022): Die Pluralität der digitalen Alltagsgesundheit. In: Cappeö, V.; Kappeler, K.E. (Hrsg.): Gesundheit – Konventionen – Digitalisierung: Eine politische Ökonomie der (digitalen) Transformationsprozesse von und mit Gesundheit, S. 77-114. Wiesbaden
  15. 15. Die Generation Z leidet stärker als jede andere vor ihr unter psychischen Problemen, sie macht aber auch den Weg frei für einen neuen Umgang damit. (…)  Auszug aus dem Health Report 2022 von Corinna Mühlhausen. Online: https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/generation-z-mental-imbalance-youth/