Die digitale Welt hat viele dunkle Seiten: So verschlangen allein die im letzten Jahr weltweit ca. 1,4 Mrd. verkauften Handys Unmengen an Rohstoffen, deren Abbau Mensch und Umwelt enorm schaden. Es gilt, eine neue Perspektive für die Digitalisierung zu entwickeln, die statt an Wirtschaftswachstum und Effizienzsteigerung am Gemeinwohl orientiert ist. Zukunftsträchtige Modelle für Kernbereiche wie Mobilität, Energie, Konsum, Arbeit und Bildung können dabei wirksam durch digitale Technologien unterstützt werden – eine aktive Gestaltung vorausgesetzt durch Politik, progressive Unternehmen und eine digital-mündige Bürgerschaft.
Als im Frühjahr 2020 der Corona-Virus Europa erreicht, steht die Wirtschaft still. Menschen sollen einen möglichst großen Abstand voneinander halten – um die Ansteckungsgeschwindigkeit in der Bevölkerung zu verlangsamen. Digitale Geräte ermöglichen hier einiges – die persönliche Kommunikation und in vielen Bereichen auch wirtschaftliche Tätigkeiten weiterzuführen, oftmals im Homeoffice. Man mag sich kaum vorstellen, was ohne digitale Kommunikationsgeräte noch alles zusammengebrochen wäre.
Die Geschehnisse rund um den Corona-Virus zeigen, was für Potenziale in der Digitalisierung liegen würden, um das Klima zu schützen. Denn vielerorts telefonierten Menschen, statt sich zu treffen, sie organisierten Online-Konferenzen, statt quer über den Erdball zu fliegen, um miteinander zu sprechen. Während der stationäre Konsum zusammenbrach, florierten Onlineeinkäufe. Der Auslöser war die Angst vor dem Virus, der Ermöglicher jedoch waren digitale Dienstleistungen.
Dies zeigt: Es gibt digitale Chancen für den Klimaschutz – nicht nur bei der Mobilitäts- und der Konsumwende, auch bei Energie-, Landwirtschafts-, Arbeits- und anderen -wenden. Hierfür bedarf es zunächst eines Perspektivwechsels. Zuerst schauen wir uns die Auswirkungen der Digitalisierung einmal an.
Unrecht im Smartphone
Was die Lösung ökologischer Probleme betrifft, werden teils große Hoffnungen in die Digitalisierung gesetzt. Laut Studien der Global e-Sustainability Initiative, einem weltweiten Zusammenschluss großer Telekommunikations- und IKT-Unternehmen, können mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) bis zum Jahr 2030 angeblich sagenhafte 20 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen eingespart werden.1Solche Aussagen werden häufig getroffen, ohne die möglichen negativen Effekte der Digitalisierung zu betrachten. Und von diesen Folgen gibt es einige. Die virtuellen Dienste sind nicht so ressourcenleicht, wie das Bild der Cloud suggeriert.
Für die Herstellung der Hardware fallen hohe Ressourcen- und Energieverbräuche an. Allein für die Produktion der rund sieben Milliarden Smartphones, die in den 10 Jahren seit Einführung des ersten iPhones 2007 auf den Markt kamen, wurden 38.000 Tonnen Kobalt, 107.000 Tonnen Kupfer, 157.000 Tonnen Aluminium und Tausende Tonnen weiterer Materialien verbaut, die teils unter erbärmlichen Sozial- und Umweltstandards in Konfliktregionen des globalen Südens abgebaut werden.2
Doch Smartphones sind ja nur ein Device unter vielen. Und auch Aufbau und Betrieb der digitalen Infrastrukturen fallen ins Gewicht – all die Datenkabel, Serverparks und Rechenzentren, die wir nie zu sehen bekommen, die uns den Zugang zum Internet aber erst ermöglichen. In der Nutzungsphase verbrauchen digitale Geräte dann vor allem Strom. Der Verbrauch des Internets beläuft sich bereits heute auf rund zehn Prozent der weltweiten Stromnachfrage und könnte bis zum Jahr 2030 auf 30 oder gar 50 Prozent ansteigen, je nachdem, wie stark wir unser Leben und unsere Wirtschaft durchdigitalisieren.3
Digitalisierung als Katalysator
In den letzten Jahren dominierte die Perspektive, dass Gesellschaften auf die digitalen Entwicklungen „reagieren“ müssen. Leicht überspitzt ausgedrückt, herrschte folgende Sichtweise: Die Digitalisierung findet in jedem Fall statt. Daher sind Politik, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürger gefragt, sich an die entsprechenden Auswirkungen anzupassen. So schreibt das BMWi im Weißbuch Digitale Plattformen, „Deutschland und Europa müssen Antworten auf die Herausforderungen der Plattformökonomie finden“4. In ähnlicher Weise formuliert das BMAS im Weißbuch Arbeiten 4.0 die Herausforderung im Bereich Arbeit: „Mit Blick auf künftige Entwicklungen am Arbeitsmarkt sind die zentralen Fragen: Wie wird die Beschäftigungsbilanz der Digitalisierung sein? Werden Arbeitsplätze wegfallen?“5. Und mit dem aktuellen Beschluss eines Digitalpakts setzt die Bundesregierung auch im Bildungsbereich neue Maßstäbe, um die Schulen und Curricula noch stärker an den digitalen Wandel der Gesellschaft anzupassen.
Vor dem Hintergrund der wünschenswerten sozialen und ökologischen Transformationsprozesse schlage ich eine andere Betrachtungsweise bezüglich des Zusammenhangs zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit vor. Diese setzt bei den nötigen Transformationsprozessen an und fragt dann, welche Rolle die Digitalisierung dabei spielen kann.6Diese Perspektive sieht deutlich mehr Verantwortung und Gestaltungsraum bei den Entscheidungstragenden in Politik und Wirtschaft. Außerdem nimmt sie Bürgerschaft und Zivilgesellschaft stärker in die Pflicht, mittels digitaler Bildung und einer kritischen „Digital Literacy“ den nachhaltigen Einsatz technologischer Innovationen selbst zu gestalten.

Ein zentrales Konzept für einen sozial-ökologischen Umbau in Deutschland ist das der Wende, also der Transformation einzelner Wirtschaftssektoren.7 Bisher wird die Digitalisierung als Möglichkeit zur Effizienzsteigerung gesehen – nicht aber als Katalysator für die nötigen Wenden. Beispielsweise wird der Digitalisierung in der Landwirtschaft ein hohes Potenzial zur Verringerung des Pestizid- und Düngereinsatzes zugesprochen. Zentrale Aspekte einer Agrarwende – wie eine regionalere Lebensmittelversorgung, eine starke Reduktion des Konsums tierischer Lebensmittel oder eine Abkehr von der Monokultur – werden jedoch kaum thematisiert. Ein zweites Beispiel sind die Debatten zu Industrie 4.0. Hier liegen die Hoffnungen in effizienteren Herstellungsweisen, die Energie und Ressourcen einsparen – es fehlt jedoch die Analyse, wie die nötige Verringerung des industriellen Outputs in Hocheinkommensländern vonstattengehen könnte.
Nachhaltige Mobilitätswende
In Diskussionen zu Digitalisierung und der Zukunft der Mobilität steht das selbstfahrende Auto im Mittelpunkt. Bei einer flächenweiten Einführung selbstfahrender Autos gibt es positive ökologische Erwartungen aufgrund von effizienterem Fahrstil, Stauvermeidung und einem damit einhergehenden Umstieg auf Elektroantriebe.8 Allerdings sind die Energieverbräuche in der Anwendung hoch, da selbstfahrende Autos enorm datenintensiv sind.9Ebenfalls zu beachten sind wiederum mögliche Rebound-Effekte: Selbstfahrende Autos können zu höherem Verkehrsaufkommen beitragen, da das Autofahren noch verfügbarer, angenehmer und bequemer wird.10Das heißt, die Effizienzgewinne werden durch Mehrnutzung aufgebraucht.
Allerdings ist für eine nachhaltige Mobilitätswende die Frage, ob aus ökologischer Sicht die Vor- oder Nachteile selbstfahrender Autos überwiegen, nur eine unter vielen. Die Nachhaltigkeitsziele lauten hier vor allem: ein Abschied vom Verbrennungsmotor, eine Transition vom Individualverkehr zu öffentlichen (Massen-)Verkehrsmitteln, kluge Raum- und Mobilitätsplanung zur Verringerung von Verkehrsströmen insgesamt sowie eine signifikante Reduktion des Flugverkehrs. Bei einigen dieser Aspekte kann Digitalisierung eine konstruktive Rolle spielen. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsträger sowie das Sharing von Fahrrädern und Autos können einfacher und kostengünstiger werden. Eine bessere Bündelung von Waren-Transporten sowie eine Dezentralisierung von Wertschöpfungsketten können dazu beitragen, Verkehrsströme zu mindern.11Schließlich können durch Telearbeit und Videokonferenzen Reisen unnötig gemacht werden, was auch zu einer Verringerung des Flugverkehrs beitragen könnte. Um dies zu bewirken, reicht jedoch die Digitalisierung allein nicht aus. Denn zum einen bedarf es digital-mündiger Bürgerinnen und Bürger, welche die digitalen Möglichkeiten für suffizientes Verhalten nutzen. Zum anderen muss die digitale Mobilitätswende vonseiten der Politik vorangetrieben werden, wie beispielsweise eine ökologische Steuerreform oder der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, damit es zu einem nachhaltigen Wandel kommt.
Dezentrale Energiewende
Untersucht man die Implikationen der Digitalisierung für den Energieverbrauch, stehen sich positive und negative Auswirkungen gegenüber. Auf der einen Seite kann Digitalisierung die Energieeffizienz erhöhen und damit einen Beitrag zur Senkung der Klimagasemissionen leisten. Digitalisierung soll die Produktion effizienter machen12, logistische Abläufe optimieren und vieles mehr13. Gleichzeitig aber verbraucht die Produktion und Anwendung von IKT signifikante Mengen an Energie.14Hinzu kommt, dass die Digitalisierung auf unterschiedlichen Wegen zu einem steigenden Energiekonsum beitragen kann. Z.B. werden die Energieeffizienzsteigerungen von Prozessoren durch Rebound-Effekte mehr als überkompensiert: Die Energieintensität pro Rechenleistung halbiert sich etwa alle 1,5 Jahre („Koomey’s Law“) 15, aber etwa im selben Zeitraum verdoppelt sich die Rechenkapazität der Prozessoren („Moore’s Law“). Im Ergebnis kam es in den vergangenen Jahrzehnten daher zu steigenden Energieverbräuchen. Außerdem ermöglicht die Digitalisierung insbesondere durch Steigerung der Arbeitsproduktivität weiteres Wachstum der Wirtschaft und damit steigenden Energieverbrauch.16
Im Zentrum der Konzepte für eine sozial-ökologische Energiewende stehen die Umstellung auf 100 % erneuerbare Energieträger innerhalb der nächsten Jahrzehnte und die Dezentralisierung der Energieproduktion.17Eine unter anderem durch die Digitalisierung steigende Energienachfrage würde eine solche Wende erschweren und ist daher zu verhindern. Gleichzeitig sind digitale Technologien bei der Umstellung auf ein erneuerbares und dezentrales Energiesystem notwendig. Mit steigendem Anteil erneuerbarer Energieträger am Strommix muss die Energienachfrage flexibler an das fluktuierende Angebot erneuerbarer Energien angepasst werden. Dass Millionen von Maschinen, Geräten und Steuerungseinheiten im hochkomplexen smarten Netz miteinander kommunizieren und Strom nachfragen, wenn dieser ausreichend zur Verfügung steht, ist nur mithilfe digitaler Technologien möglich.
Solche Prozesse bedürfen zum einen einer aktiven Mitgestaltung verschiedener wirtschaftlicher Akteure. Die Bürgerinnen und Bürger können selbst als Prosumer aktiv werden und die eigene Energienachfrage im Haushalt nachhaltiger managen. Die Unternehmerinnen und Unternehmer können eine dezentrale Energiewende durch entsprechende Geschäftsmodelle vorantreiben. Und die Politik muss Rahmenbedingungen stellen, die ein weiteres Wachstum der Energienachfrage verhindern und Anreize zu einer digitalen dezentralen Energiewende geben.
Konsumwende gelingt nicht automatisch
Erforderlich ist hier zum einen eine absolute Senkung des Konsumniveaus der kaufkräftigen, transnationalen Konsumentenklasse und zum anderen ein Wechsel von konventionell zu nachhaltig erzeugten Produkten und Dienstleistungen. Tatsächlich bieten digitale Tools für die Konsumwende vielfältige Chancen, um beides zu fördern: Die einschlägigen Gebrauchthandels-Plattformen (eBay & Co.) machen es kinderleicht, auf Neukauf zu verzichten. Über peer-to-peer-Sharing lassen sich Rasenmäher, Autos, Wohnraum aber auch Nachbarschaftshilfe teilen. Dank Digitalisierung kann Jede und Jeder zum „Prosumenten“ werden – zum Konsumierenden, der gleichzeitig produziert –, um etwa selbstgenähte Kleidung, privat angebaute Tomaten oder auf dem eigenen Dach erzeugten Solarstrom feilzubieten. Und schließlich ist der Einkauf von nachhaltigen Waren – ob nun zertifizierte Möbel oder faire Kleidung – genauso leicht per Mausklick möglich, wie der Erwerb der nicht-nachhaltigen Mainstream-Produkte. Für alle, die nachhaltiger konsumieren möchten, macht die Digitalisierung das Leben somit deutlich leichter.
Trotz dieser Potenziale lässt sich leider ein mächtiger Gegentrend beobachten. Durch die allzeitige Verfügbarkeit von Online-Shopping, personalisierter Werbung, personalisierten Preisen sowie durch ein omnipräsentes Marketing auf Suchmaschinen und in sozialen Medien schnellen die Umsätze des E-Commerce in Deutschland jedes Jahr mit zweistelligen Wachstumsraten empor. Und dass, obwohl die Umsätze des stationären Einzelhandels derzeit nicht zurückgehen. Das Geschäftsfeld der großen Plattformanbieter wie Facebook, Google, Amazon u.a. ist darauf ausgerichtet, den Massenkonsum anzukurbeln.

Digitalisierung bringt also keineswegs automatisch die nachhaltige Konsumwende. Es bedarf einer Richtungsveränderung, wie die Digitalisierung beim Konsum angewendet wird. Eine solche neue Dynamik kann jedoch nicht von den etablierten Akteuren – namentlich den transnationalen IT-Riesen – ausgehen. Denn ihr Interesse ist es, durch effektive Werbung Geld zu verdienen. Stattdessen benötigen wir eine aktive Gestaltung von Konsumenten, Politikern und progressiven Unternehmern, um das Internet als „öffentliche Allmende“ zu schützen, Datenmissbrauch für Shopping-Zwecke einzudämmen und zugleich nachhaltige und kooperativ organisierte Plattformen zu fördern, die den Interessen der Allgemeinheit und der Umwelt Ausdruck verleihen.
Leitprinzipien für eine zukunftsfähige Digitalisierung
| Digitale Suffizienz | Konsequenter Datenschutz | Gemeinwohlorientierung |
| Techniksuffizienz Datensuffizienz Nutzungssuffizienz | Privaty by Design Datensuffizienz Dateneigentum den Nutzer:innen | Internet als Commons Open Source Kooperative Plattformen |
| Motto: So viel Digitalisierung wie nötig, so wenig wie möglich | Motto: Wessen Daten? Unsere Daten! | Motto: Kollaborativ statt kapitalistisch. |
Zukunftsfähige Organisation der Arbeit
Ein anders gelagertes Beispiel für dieses Prinzip ist die Frage der gesellschaftlichen Organisation von Arbeit in der Zukunft. Auch hier wird bisher thematisiert, dass Wirtschaft und Politik auf die Herausforderungen der Digitalisierung reagieren sollten, statt über eine potenzielle Funktion digitaler Möglichkeiten für eine zukunftsfähige Organisation der Arbeit zu diskutieren. Im Zentrum der bisherigen Debatte steht die Frage, wie viele und welche Arbeitsplätze wegfallen und wo neue entstehen werden. Viele Studien prognostizieren netto einen Verlust von Arbeitsplätzen18; wenige sehen die Möglichkeit eines Nullsummenspiels von verlorenen und neuen Jobs19. Die Analysen sind sich einig, dass insbesondere die Arbeitsplätze von Menschen mit bereits niedrigem Einkommen von der Digitalisierung betroffen sein werden.
Aus der Sicht einer sozial-ökologischen Arbeitswende werden die Herausforderungen jedoch vielfältiger thematisiert. Im Zentrum stehen dort die Aufwertung von Care-Arbeit, eine Verkürzung der durchschnittlichen Arbeitszeit als Antwort aufsteigender Arbeitsproduktivität, die gerechtere Verteilung der Arbeit innerhalb der Bevölkerung und zwischen den Geschlechtern sowie die Frage, wie diese Verschiebungen mit dem Ausgleich von Einkommensunterschieden einhergehen können.20Beim Übergang in eine solche Arbeitswelt der Zukunft kann die Digitalisierung beitragen. Sie ermöglicht eine steigende Arbeitsproduktivität, wodurch Arbeitszeitverkürzung umsetzbar wird. Digitale Technologien flexibilisieren vielerorts, wann und von wo man arbeitet. Wenngleich die Gefahr der Entgrenzung besteht, kann dies auch zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitragen. Für eine solche Arbeitswende bedarf es – neben technologischen Möglichkeiten – jedoch vor allem entsprechender Politikmaßnahmen und eines kulturellen Wandels bei den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern.
Es brennt!
Viele der beschriebenen Vorschläge, anhand derer die Digitalisierung in den Dienst sozial-ökologischer Wenden gestellt werden soll, erfordern effektive Politikmaßnahmen und ein verändertes Verhalten wirtschaftlicher Akteure. Grundlage hierfür ist langfristig eine kritische digitale Bildung und damit eine digitale Mündigkeit, eine „Digital Literacy“ der Bürgerinnen und Bürger. Eine kritische digitale Bildung würde beileibe nicht nur auf den Breitbandausbau an Schulen, auf mehr Tablets im Unterricht oder etwa Programmierkenntnisse für Grundschüler setzen. Vielmehr würde sie auch aufzeigen, welche Chancen und Risiken in der Nutzung digitaler Möglichkeiten liegen. Nicht nur Verbraucher würden somit befähigt, eine nachhaltigkeitsorientierte Digitalisierung aktiv zu gestalten. Auch viele Politiker und andere Entscheidungsträger haben noch „Bildungsbedarf“, um sinnvolle Maßnahmen für eine zukunftsfähige Digitalisierung ergreifen zu können. Weiter oben habe ich beispielhaft anhand dreier Wenden gezeigt, wie die Digitalisierung für diese nutzbar gemacht werden kann und welche Rolle Digital Literacy dabei spielt.
Die Krise rund um den Corona-Virus hat gezeigt: Radikale politische Maßnahmen sind möglich, es bedarf lediglich des politischen Willens, der gesellschaftlichen Akzeptanz und der Einsicht, „dass es brennt“. Um den Klimawandel einzudämmen, bedarf es genau solch beherzter Veränderungen. Die Digitalisierung kann hierbei vieles ermöglichen – von der Verringerung des Verkehrs und des Konsums über die Ermöglichung der Energiewende bis hin zu einer Umorganisation der Arbeitswelt und des wachstumsorientierten Wirtschaftsmodells. Allein durch die technischen Möglichkeiten wird dies jedoch nicht erreicht werden. Es bedarf mutiger Entscheidungsträgerinnen und -träger in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Und es bedarf mündiger Bürger, die diesen auf die Füße treten.