Magazin für die pädagogische Praxis

Fachbeiträge

ein verpixeltes, verschobenes Gesicht

Medien, Migranten, Manipulationen

Pädagogische Bausteine für die Medienkritik mit Jugendlichen

Medien machen Meinung und spielen eine große Rolle bei der Wahrnehmung von Geflüchteten in der Öffentlichkeit. Wie aber können Medienbilder und -texte, die sich mit Geflüchteten und den Menschen im arabischen Raum befassen, kritisch unter die Lupe genommen und deren Botschaften hinterfragt werden? Wie können Jugendliche die Suggestivkraft von Bildern und Worten erkennen, mit denen Ängste geschürt und Vorurteile gefestigt werden? Die hier vorgestellten Bausteine zeigen, wie sich manipulative Methoden tendenziöser Berichterstattung sowie gezielte und unbeabsichtigte Fehlinformationen ermitteln lassen und filmische Stereotype entlarvt werden können.

Seit jeher ist es ein wesentliches Ziel der Medienpädagogik, Heranwachsende zu selbstständigen und kritischen Mediennutzerinnen und -nutzern zu erziehen. Gerade im Zeitalter der fortschreitenden Digitalisierung gewinnt diese Aufgabe zunehmend an Bedeutung. Die Informationsverbreitung geschieht schneller und effektiver denn je. Längst warten die Schlagzeilen nicht mehr auf den abendlichen Redaktionsschluss der Lokalzeitung, sondern werden schon kurz nach einem Ereignis auf jedes Handy übertragen. Meinungsbildungsprozesse vollziehen sich dabei aber nicht nur auf der Grundlage von journalistischen Angeboten, sondern auch Newsfeeds, Suchmaschinen und vor allem Postings auf Netzwerkplattformen spielen eine große Rolle. Zu keinem Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte konnten Informationen leichter und unkontrollierter von jedermann und jederfrau empfangen und versendet werden. Dabei birgt die digitale Medienwelt mit ihren zahlreichen Vorteilen aber auch die Gefahr des Missbrauchs.

So gilt es in der pädagogischen Praxis die Informationskompetenz zum Umgang mit Quellen zu fördern und Meinungsbildungsprozesse zu hinterfragen, auch damit Kinder und Jugendliche zu „aktiven Mediennutzern“ werden, die sich bei gesellschaftlichen Fehlentwicklungen zu Wort melden. Genauso wichtig ist es, gemeinsam mit jungen Menschen mediale Manipulationsmechanismen zu entlarven und zu analysieren, wie Feindbilder in den Medien aufgebaut werden. Worin besteht beispielsweise der Unterschied, wenn ein- und derselbe Mensch als „Flüchtling“ oder als „Geflüchteter“ bezeichnet wird? Wenn er als „Syrer“, „Ausländer“, „Asylant“, „Schmarotzer“ oder „Einwanderer“ kategorisiert wird? Welche Bilder erzeugen die unterschiedlichen Worte, welche Emotionen lösen diese Bilder in uns unbewusst aus und welchen Meinungen geben sie einen Nährboden?

Wir möchten Ihnen im Folgenden eine Reihe von Anregungen und Methoden für die medienpädagogische Arbeit mit Jugendgruppen vorstellen, deren oberstes Ziel es ist, die Suggestivkraft hinter Worten und Bildern zu erkennen und offenzulegen. Die Jugendlichen sollen verstehen wie Medien funktionieren und sich eine eigene kritische Meinung bilden. 

1. Einheit: Falschmeldungen und Gerüchte (Internetrecherche)

Unlautere Methoden zur Erreichung eines Zieles wie das Streuen von Gerüchten und Fehlinformationen sowie gezielte Hassreden gegenüber unliebsamen Personengruppen sind leider weder neu noch selten. Durch Internet und Handy ist deren Verbreitung in den letzten Jahren jedoch sprunghaft angestiegen. Jede Information, egal ob richtig oder (absichtlich) falsch, kann ungefiltert über soziale Medien wie Twitter, Facebook, WhatsApp und Co. verschickt und explosionsartig verbreitet werden. Hierbei ist es uns wichtig anzumerken, dass es in diesem Zusammenhang nicht um eine generelle Kritik an besagten Technologien und sozialen Netzwerken gehen sollte. Diese Diskussionen führen vom eigentlichen Thema weg und rufen mit Sicherheit den Widerstand der Jugendlichen gegen eine mögliche Herabsetzung „ihrer“ Medienwelt hervor. Es hat mehr Nutzen, an dieser Stelle Gerüchte und Fehlinformationen zu analysieren und zu dekonstruieren, um mit den Jugendlichen ein Bewusstsein für manipulative Inhalte zu entwickeln.

Ein für den medienpädagogischen Gebrauch äußerst hilfreiches und interessantes Werkzeug ist hierbei aktuell die Online-Karte Hoaxmap.org. Im Rahmen dieses Non-Profit-Projektes werden Falschmeldungen (englisch: Hoax) rund um Geflüchtete archiviert und geografisch darstellt. Besonders wertvoll ist hier die Tatsache, dass Hoaxmap.org nicht nur die Fehlermeldungen auflistet, sondern auch jeweils die diversen externen Quellen verlinkt, auf denen die Gerüchte durch Fakten entkräftet werden, sodass eine gezielte Aufklärung direkt möglich wird. Die Hoaxmap ist einfach zu bedienen und ermöglicht den Jugendlichen eine schnelle, intuitive Navigation.

Vorbereitung

Lassen Sie Zweierteams oder kleinere Arbeitsgruppen bilden und stellen Sie diesen jeweils einen PC mit Internetzugang zur Verfügung. Erklären Sie den Gruppen den Gebrauch und die Funktionen von Hoaxmap.org.

Aufgabenstellung und Fragestellungen zur Internetrecherche

  • Recherchiert 5-10 Gerüchte oder Fehlmeldungen. Notiert euch jeweils, wie das Gerücht entstanden ist, wie und von wem es verbreitet wurde und welche Falschaussagen über Geflüchtete getätigt wurden.
  • Sammelt die Ergebnisse und fasst sie zusammen. Über welche Wege werden die Gerüchte meistens verbreitet? Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen den Falschaussagen? Welche Bilder über Flüchtlinge werden in den Gerüchten bedient?

Diskussion im Anschluss

  • Die Gruppen präsentieren ihre Ergebnisse.
  • Diese nun breit gefächerte Sammlung an Gerüchten, Falschaussagen und Fehlermeldungen bildet eine fruchtbare Grundlage für Diskussionen mit der Gruppe. Es wird schnell klar werden, dass bestimmte Themen (Vergewaltigung, Gewalt etc.) in sehr ähnlichen Formen unabhängig voneinander immer wieder auftauchen. Nutzen Sie dies und diskutieren Sie das Thema: Wie werden Geflüchtete in Deutschland in den Gerüchten/Falschmeldungen dargestellt? Welche Ängste bedienen diese Darstellungen? Wer steckt hinter den Meldungen und wie wurden sie verbreitet? Natürlich können Sie in diesem Zusammenhang auch diskutieren, welche Gruppen tendenziell einen Nutzen aus den Gerüchten dieser Art ziehen können.

Vertiefungsmöglichkeit

  • Durch die Kartenfunktion der Seite Hoaxmap ist es möglich, Gerüchte im direkten Umkreis der Jugendlichen zu lokalisieren, welche für weitreichendere Recherchen und Aufträge genutzt werden können. Allerdings sollten Sie als Pädagoge vorher die Begebenheit vor Ort selber ausführlich recherchiert haben.

2. Einheit: Stereotype und Vorurteile (Filmanalyse)

Der menschliche Verstand hat die Tendenz, die ihm gegebenen Informationen zu verallgemeinern. Er will Regelmäßigkeiten entdecken, die Ihm helfen, die Begebenheiten seiner Umwelt besser beurteilen zu können. Wenn wir mit bestimmten Personengruppen jedoch keine eigenen Erfahrungen machen und die Informationen, die wir über sie erhalten, fehlerhaft sind und sich durch regelmäßige Wiederholung einprägen, entstehen Vorurteile und Stereotypen. Besonders audiovisuelle Medien wie Film, Video und Fernsehen können –  zum Teil unabsichtlich – zu diesem Prozess beitragen. Durch die Auseinandersetzung mit filmischen Darstellungen und der Untersuchung des Phänomens „Stereotyp“ kann dieser Prozess jedoch Jugendlichen bewusst gemacht werden.

Vorbereitung

Die entscheidende Voraussetzung einer gelungenen pädagogischen Filmanalyse ist die richtige Auswahl der gezeigten Filme oder Filmausschnitte, die stark von der Gruppenstruktur, dem Alter der Beteiligten und dem thematischen Kontext zusammenhängt. Deshalb wollen wir an dieser Stelle keine konkreten Ausschnitte, sondern zahlreiche Quellen aufführen, wie und wo sich passendes Material finden lässt.

In dieser Übung werden wir uns genauer mit dem Stereotyp des „Arabers“ beschäftigen. Der Medienwissenschaftler Jack Shaheen untersuchte für sein 2001 erschienenes Buch „Reel Bad Arabs“ 900 Hollywoodfilme. Mit nur sehr wenigen Ausnahmen wurden Araber darin als Bösewicht dargestellt; der typische Araber sei seiner Aussage gemäß zudem durch Triebhaftigkeit, Reichtum und Barbarei gekennzeichnet. Auf Wikipedia unter „Reel Bad Arabs“ sind viele Filme aufgeführt, die antiarabische Klischees bedienen wie beispielsweise True Lies (1994, Regie: James Cameron) oder Ishtar (1987, Regie: Elaine May). Die filmische Dokumentation Reel Bad Arabs: How Hollywood Vilifies a People von Sut Jhally, die auf Shaheens Buch beruht, enthält zahlreiche Ausschnitte.

Waren es früher meist hakennasige, geldgierige Scheichs und wollüstige Haremsdamen, die die Leinwände in einem „mystischen Araberland“ (Shaheen) bevölkerten, sind es seit dem Beginn des Nahostkonfliktes und natürlich verstärkt nach dem 11. September nun die Terroristen und bärtigen Dschihadisten, die das Bösewicht-Image der Araber weiterhin verfestigen. US-Serien wie Homeland oder 24 bieten hier ausreichend Anschauungsmaterial. Aber auch das deutsche Fernsehen hat neben arabischen Terroristen (z.B. Die Diplomatin) jede Menge an Klischees zu bieten: kein Wohlfühl-Film in arabischen Gefilden ohne Macho-Männer und bauchtanzende Frauen.

Neben Filmen, die Klischees bedienen und Stereotypen zeigen, suchen Sie bitte quasi als Gegenentwurf einen Film (oder verschiedene Filmausschnitte) aus einen arabischen Land, der Lebenswelt, Lebensbedingungen und Denkschemata im Rahmen einer persönlichen Geschichte authentisch zu Ausdruck bringt. Mithilfe dieses „Brillentauschs“ können die Jugendlichen Einsicht in den Alltag in einem arabischen Land erhalten. Dies kann beispielsweise der saudi-arabische Film Das Mädchen Wadjda sein oder der iranische Film Kinder des Himmels, die starke Kinderpersönlichkeiten in einer berührenden Geschichte präsentieren. Nach Ländern sortierte Filme können Sie auf der Website www.kino.de/filme/laender suchen, aber auch im Filmkatalog des Bundesverbandes Jugend und Film (http://clubfilmothek.bjf.info) und auf den Portalen des Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrums www.top-videonews.de und www.kinderfilmwelt.de werden Sie sicherlich fündig. Schließlich bieten auch die arabischen Filmfestivals in Berlin und Tübingen jede Menge Filmanregungen.

1. Filmscreening – Aufgabenstellung

  • Zeigen Sie nacheinander die verschiedenen Filmausschnitte, die kein akkurates Bild des arabischen Kulturkreises zeichnen.
  • Lassen Sie nach jedem Filmausschnitt die Gruppe ihre Eindrücke sammeln: Welches Bild von arabischen Mitmenschen wird hier gezeichnet? Welche stereotypen  Eigenschaften werden sichtbar und inwiefern sind sie positiv oder negativ dargestellt?

Zwischendiskussion

  • Nach der Sammlung erster Eindrücke kommt es zur Zwischendiskussion: Welche Gemeinsamkeiten haben die unterschiedlichen filmischen Versionen der arabischen Mitmenschen? Welche rassistischen, islamophoben und fremdenfeindlichen Klischees enthalten die Filmausschnitte?

Vertiefungsmöglichkeit

  • Lassen Sie die Jugendlichen den Alltag eines „stereotypischen Arabers“ konstruieren. Wie sieht sein Alltag aus? Wo lebt er? Was arbeitet er? Wie sieht seine Welt aus? Wie ist sein Verhältnis zu seiner Frau, seinen Kindern, seinen Freunden? Sind diese Vorstellungenrealistisch?

2. Filmscreening

  • Zeigen Sie den Film oder verschiedene Filmausschnitte mit einem authentischen Bild aus der arabischen Welt.

Abschlussdiskussion

  • Sie haben den Jugendlichen nun zwei konträre Konzepte präsentiert. Zum einen ein Bild, das aus dem westlichen Kulturkreis von der arabischen Welt konstruiert wurde und zum anderen ein Bild, das die arabische Welt von sich selbst zeichnet. Dies bietet die Grundlage für die Diskussion und den Filmvergleich. Halten Sie die Unterschiede und vor allem unterschiedlichen (Aus-)Wirkungen fest. Thematisieren Sie die Bildung von Stereotypen generell und wie sie sie im Alltag der Jugendlichen zutage treten. 
  • Die Gruppe kann auch weitere Stereotype sammeln und besprechen, die die Jugendlichen aus anderen Filmen kennen.

3. Einheit: Manipulationsmechanismen (Sprachbilder und Storytelling)

Genau wie Filme und Videos generieren Worte Bilder, die Vorurteile und Stereotypen erschaffen und verstärken, uns aber ebenso auch aufklären und bilden können. Daher möchten wir nun in der letzten Einheit zunächst mit einer Übung beginnen, die sich auf die Analyse von Sprachbildern im Print- und Onlinejournalismus anhand aktueller Beispiele konzentriert.

Übung 1: Sprachbilder

Vorbereitung

Auch bei der Analyse von Sprachbildern ist die Auswahl der richtigen Texte entscheidend. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Links von journalistischen Texten benennen, die in dieser Form veröffentlicht wurden und untersucht werden können. Hierbei handelt es sich um Berichte, die den Vorfall der Silvesternacht 2015/16 behandeln und anhand derer gezeigt werden kann, wie unterschiedliche Formulierungen andere Interpretationen des gleichen Vorfalls hervorrufen. Hier einige Beispiele (sehr gut eignen sich natürlich aufgrund des Lokalbezugs auch Pressetexte in der Tageszeitung an Ihrem Ort, die Ihnen vielleicht bereits aufgefallen sind):

Aufgabenstellung

  • Lassen Sie Untergruppen bilden, die jeweils einen oder mehrere Artikel als Arbeitsmaterial erhalten.
  • Die Gruppen sollen nun alle Wörter heraussuchen, die die Täter, die Opfer und den Vorgang beschreiben. Lassen Sie die Gruppe eine Tabelle mit diesen drei Kategorien anfertigen.
  • Im zweiten Schritt ist es sinnvoll, zu den  gesammelten Begriffen  Assoziationen und Emotionen zu notieren.

Diskussion im Anschluss

  • Sammeln Sie in der großen Gruppe nun alle gefundenen Wörter mitsamt den Assoziationen und Emotionen, die diese bei den Jugendlichen hervorrufen.
  • Zusammenfassend haben Sie nun mit den Jugendlichen eine „emotionale Landkarte“ des Textes erstellt. Bringen Sie einen Vergleichstext ins Spiel, der den Vorfall neutral betrachtet und in anderem Licht darstellen lässt. Sie haben so eine fruchtbare Grundlage, auf derer Sie Diskussionen über die polarisierende Wirkung von Sprache beginnen können.

Vertiefungsmöglichkeit

  • Obgleich wir uns in diesem Beispiel nur auf Texte beziehen, kann diese Methode (gleichzeitig) auch für die Analyse von Pressefotos im Zusammenhang mit der sogenannten „Flüchtlingskrise“ verwendet werden. Stellen Sie hierfür den Arbeitsgruppen zunächst mehrere negativ konnotierte Pressebilder zur Verfügung und lassen Sie diese auf erzeugte Assoziationen und Emotionen untersuchen. Bei der Abschlussdiskussion können Sie neutrale oder positiv konnotierte Pressebilder zum Kontrast verwenden. Hier einige Links, die sich durch eine Internetrecherche leicht ergänzen lassen:
  • Die Presse: Umfrage: 80 Prozent sorgen sich wegen Flüchtlingsstrom
  • news.ch: Europa probt Abschottung gegen den Flüchtlingsandrang

Übung 2 Entmenschlichen – Vermenschlichen

An den Schluss stellen wir eine Übung, bei der die Jugendlichen ausgehend von neutralen Biografie-Daten die Geschichte einer Flucht bzw. eines Geflüchteten schreiben. Hierbei soll ersichtlich werden, wie die Leserinnen und Leser eines Textes durch die Wahl der Worte sowie durch die unterschiedliche Gewichtung und Interpretation von Fakten Geflüchtete entweder als bedrohliche, nahezu entmenschlichte Masse wahrnehmen oder sich in ein Schicksal einer Persönlichkeit hinein fühlen können, wenn der „Schleier der Anonymität“ gelüftet und das „Warum“ der Flucht verständlich wird.

Vorbereitung

Im Vorfeld zu dieser Übung muss der Pädagoge einen kurzen, auf reinen Daten und Fakten basierenden Lebenslauf einer nach Deutschland geflüchteten Person erstellen. Bei der Erstellung muss darauf geachtet werden, dass Anknüpfpunkte sowohl für positive als auch für negative Darstellungen des Charakters und der Handlungen dieser Person möglich sein sollten. So könnte es sich beispielsweise um eine Person handeln, die verhaftet wurde. Hier bietet sich viel Spielraum für Interpretationen oder die Bildung von Gerüchten (aufgrund von politischen Aktivitäten, Vergewaltigung, Diebstahl für eine hungrige Familie etc.) Achten Sie auf eine ausbalancierte Ambivalenz innerhalb der Biografie.

Aufgabenstellung

  • Unterteilen Sie in zwei Arbeitsgruppen, die nun anhand der Biografie-Daten die Geschichte eines Geflüchteten schreiben sollen – jeweils mit einem unterschiedlichen Charakter.
  • Eine Gruppe sollte möglichst viel Sympathie für die Person beim Leser erwecken. Wie können Verständnis und Empathie für die spezifische Situation der Person erreicht werden?
  • Die Aufgabenstellung der anderen Gruppe ist es, genau das Gegenteil zu erreichen. Wie kann die Person quasi „entmenschlicht“ werden und als Teil einer bedrohlichen Masse wahrgenommen werden? Wie können die negativen Teilaspekte seiner Biografie verstärkt und die positiven umgedeutet werden?

Diskussion im Anschluss

  • Am Ende stehen Geschichten über die ein- und dieselbe Person mit einer diametral entgegengesetzten Wirkung. Nun diskutiert die Gruppe die verwendeten Manipulationsmechanismen. Sammeln Sie die erarbeiteten Methoden und Techniken, die Verwendung gefunden haben. Wie ließe sich die positive Geschichte gegebenenfalls noch verfeinern, damit die Hintergründe für die Flucht und die schwierige Situation der Geflüchteten emotional aufrütteln?

Lebenslauf

Name: Tarek Al-Sh.

Alter: 23
Herkunft: Vorort von Damaskus, Syrien
Familienstand: Verheiratet
Familie: Zwei Kinder und eine Frau in Syrien

Berufliche und schulische Qualifikation: Schule abgebrochen, zeitweise Aushilfe als Krankenpfleger
Besonderheiten: 1 Jahr Gefängnisaufenthalt, nur ein Arm, politisch aktiv
Fluchtroute: Über Türkei, Griechenland und Italien nach Deutschland gekommen
Derzeitige Lebenssituation: Seit Juni  2015 in Deutschland, Asylbewerber, wohnhaft Flüchtlingsheim in Köln-Chorweiler

Deutschkenntnisse: Integrationskurs Deutsch Anfänger seit März 2016, keine Sprachvorkenntnisse