Hacker haben medial ein eher schlechtes Image: Hacken, das ist doch irgendwie illegal oder zumindest anrüchig. In Wirklichkeit stammen die Begriffe aber aus einer Szene, in der es stark um Gesellschaftskritik geht. Die sogenannte „Hacker:innen-Ethik“ aus der Frühzeit der Computergeschichte prägte nicht nur eine Kultur, sondern auch ein medienpädagogisches Projekt im 21. Jahrhundert: Das unabhängige Förderprogramm JUGEND HACKT bezieht sich schon im Namen auf eine Hackerszene, die in Deutschland in den 1980er Jahren entstand und seitdem im Wandel ist.
Der Begriff des „Hackers“ stammt aus den 1960er Jahren und wurde zunächst am MIT, einer der amerikanischen Spitzenuniversitäten, verwendet. In dieser akademischen Subkultur bezeichnete er durchweg positiv einen Kreis von Technikenthusiasten, die sich kreativ und spielerisch mit Hard- und Software auseinandersetzten.
Im deutschsprachigen Raum kann man die Entwicklung der Hackerszene und Netzkultur nicht ohne den Chaos Computer Club (CCC) erzählen. Es gibt viele Artikel, Vorträge und seit dem Kinostart im Juli 2021 auch den Dokumentarfilm Alles ist Eins. Außer der 0, die die Gründungsgeschichte und Aktionen des CCC in den 1980er Jahren erzählen.
Die wichtigsten frühen Momente des Clubs: 1981 von Wau Holland am Tisch der Kommune I in den Räumen der taz in West-Berlin gegründet. Entwicklung in Hamburg unter dem Eindruck von allerlei gegenkulturellem Input aus Science-Fiction-Literatur und anderen Bürgerbewegungen. Erste öffentliche Wahrnehmung in den Medien 1984 mit dem BTX-Hack, bei dem die Hacker eine Sicherheitslücke im Bildschirmtext-System der Deutschen Post offenlegten.
Ebenfalls 1984 fand in Deutschland der erste jährliche „Chaos Communication Congress“ statt, der mittlerweile zu einem der größten internationalen Treffen der Hackerszene angewachsen ist. Der sogenannte KGB-Hack, mehrere Aktionen zwischen 1986 und 1989 von westdeutschen Hackern, die Geld aus Moskau annahmen und dafür in westliche Computersysteme eindrangen, sorgte für Spannungen in der Szene und prägte nachhaltig das negative Bild des Hackers in der Öffentlichkeit.
Sozialisation in der Hackerszene
Gleichzeitig sorgte jeder Medienbericht über die Hacker, ebenso wie die erste TV-Ausstrahlung des Hacker-Thrillers WarGames Ende 1986 dafür, dass in deutschen Kinderzimmern Jugendliche mit Interesse an Technik merkten: Es gibt noch mehr Menschen wie mich.
Daniel Domscheit-Berg, Jahrgang 1978, ging es auch so. Bevor er in den späten 2000ern erst als Aktivist bei und später als Kritiker von WikiLeaks bekannt wurde, hatte er schon eine typische Biografie hinter sich: In den 1980ern bekam er mit acht Jahren den eigenen Heimcomputer. Einige Jahre später betrieb er mit Freunden aus der Rollenspielgruppe eine Mailbox (also ein Computersystem, in das sich andere per Telefon einwählen konnten), 1994 kam der „richtige“ Internetzugang. Das soziale Umfeld verlagert sich ins Netz, Kontakt zu anderen Hackern aus aller Welt, erst in Amerika, dann auch beim deutschen CCC.

Domscheit-Berg erinnert sich im Gespräch: „Ich kenne einige Leute, die im CCC aufgewachsen sind. Die sind dort als Zwölfjährige aufgeschlagen und ihre ganze Jugend lang sozialisiert worden. Es gab halt diesen Ort, diese Community, die sich unter anderem durch Egalität ausgezeichnet hat. Eine Anlaufstelle für Nerds, die sich für Technik, eher noch Elektronik interessiert haben. Also für Nischenthemen, für die sich sonst niemand in der eigenen Schule interessierte und die einen bisher sozial isoliert hatten. Jede Berichterstattung über diese Hacker hat neue Leute angelockt, die bisher nirgendwo reinpassten. Die Community war offen gegenüber jedem, der neugierig war.“
Neugierig waren sicher auch einige Mädchen, dennoch waren fast alle Hacker männlich – zu stark wirkten die vorgegebenen Geschlechterrollen, für welche Themen man sich zu interessieren habe. Gleichwohl waren alle Vorbilder in der kleinen Szene, an denen man sich orientieren konnte, männlich. Und nicht nur das: Um in den frühen 1980ern als junger Mensch einen Zugang zu finden, brauchte man wohlhabende Eltern, die entweder aus beruflichen Gründen einen PC zu Hause hatten oder dem Nachwuchs einen teuren Heimcomputer hinstellen konnten. In der DDR gab es zwar Computerclubs und eine Förderung von technisch interessierten Jugendlichen, aber nicht genügend Geräte für alle.
Hans Franke, damals in der in der bayerischen Hackerszene unterwegs, zu den deutsch-deutschen Problemen, an einen Computer zu kommen: „Für uns war damals klar, dass es prinzipbedingt keinen Unterschied zwischen Nicht-Verfügbarkeit mangels Produktion und Nicht-Verfügbarkeit mangels Geld gibt. Anders als in verklärter Erinnerung (und einschlägigen Filmen) war ein C64-Grundgerät alleine eben nicht der Höhepunkt des Computerns. Und selbst der war in einem verwendbaren Ausbau TEUER. […] Das war prohibitiv für weite Teile der Gesellschaft.“1

Wissen und Teilhabe für alle?
Die Wendezeit brachte für die deutsche Hackerszene im CCC nicht nur neue Kontakte zu den Nerds der sich auflösenden DDR. Als Reaktion auf den KGB-Hack formulierte der Club die sogenannte Hackerethik2. Deren Wurzeln reichen bis zum MIT zurück und wurden dann im Roman Hackers von Steven Levy popularisiert. Die grundsätzlichen Forderungen, darunter Informationsfreiheit, Herrschaftskritik und Gleichberechtigung aller Hacker:innen ergänzte der CCC um die Punkte „Mülle nicht in den Daten anderer Leute“ und „Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen“. Eine deutliche Erinnerung, die eigenen Fähigkeiten zum Wohle der Gesellschaft einzusetzen. In dieser Zeit entstand mit den „Haecksen“ darüber hinaus erstmalig eine Gruppe von Hackerinnen im CCC.
Der PC-Boom sorgte dafür, dass immer mehr Menschen Computer nutzen konnten, außerdem wurde es einfacher, einen Zugang zum Internet zu bekommen. Das WWW machte das Netz zu einem neuen Massenmedium, vor allem für junge Menschen. Internetcafés entstanden, HTML und Blogs ermöglichten Sichtbarkeit und (Gegen-)Öffentlichkeit. Die schnelleren Leitungen ermöglichten Musiktauschbörsen wie Napster, beflügelten aber auch die Entwicklung und Verbreitung von Open-Source-Software.
Aus Hacker:innen wurden Netzaktivist:innen, die sich aktiv gegen staatliche Begehrlichkeiten stellten, diese neu entstehenden Freiheitsräume wieder einzuschränken. Mit dem Blog Netzpolitik.org hatte diese Szene ab 2002 einen eigenen Ort für Information und Aktivismus, mit der Piratenpartei ab 2006 einen parteipolitischen Arm. Auch wenn der Frauenanteil stieg, gab es immer noch stark unterschiedliche Zugänge und Selbstverständnisse, wie Kathrin Ganz in ihrer Dissertation „Die Netzbewegung“ untersucht hat: „Die als Männer sozialisierten Aktivisten stellen ihr Interesse an Technik, Computern und Politik in den Mittelpunkt ihrer Erzählung. Den Weg in die netzpolitische Szene finden die Aktivisten, indem sie aktiv Anschluss an bestimmte Gruppen suchen oder wie selbstverständlich „reinrutschen“. Die als Frauen sozialisierten Aktivistinnen begründen, mit einer Ausnahme, die Entwicklung ihres Interesses stärker. Dabei flechten sie überwiegend männliche Personen, wie Lehrer, Freunde, Mitschüler und Partner, in ihre Erzählungen ein, die für ihren Zugang zur politischen Auseinandersetzung mit Technologie wichtig waren. Sie bezeichnen sich […] nicht als Nerds, sondern als Personen, die mit Nerds befreundet sind. Die unterschiedlichen biographischen Narrative deuten an, dass Frauen nicht nur mit anderen Anrufungen konfrontiert sind, wenn es um Technik geht, sondern dass dies auch den Zugang zu netzkulturellen Themen und damit zur Netzbewegung reguliert. Für Frauen ist es nach wie vor nicht so selbstverständlich wie für Männer, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen.“3
Vom Junghackertag zu Jugend hackt
In den 2010er Jahren gab es mit den Smartphones neue internetfähige Geräte und damit weitere, andere Zugangsmöglichkeiten. Parallel war die Hacker:innen- und Netzbewegung mittlerweile im Elternalter angekommen. Auf den Events des CCC gab es auf einmal eine Kinderbetreuung und dann auch aktive Mitmachangebote für junge Besucher:innen wie den „Junghackertag“. Dazu kamen neue Aufreger und politische Kristallisationsmomente wie die Enthüllung der globalen Massenüberwachung durch Edward Snowden im Juni 2013.
Vor diesem Hintergrund startete im September 2013 ein neues Angebot für Jugendliche in Deutschland: Jugend hackt4, organisiert von den Berliner Vereinen Open Knowledge Foundation Deutschland und mediale pfade. Der Name des nicht gewinnorientierten Förderprogramms ist ein ganz bewusster Clash: Auf der einen Seite sucht er Anschluss an langjährige und renommierte Programme wie „Jugend forscht“ und „Jugend musiziert“, auf der anderen Seite stellt er das immer noch etwas anrüchige Verb „hacken“ in dieselbe Kategorie. Die Botschaft ist: Hacken ist ein wichtiges Talent und ein förderungswürdiges Interesse.
Die Zielgruppe sind Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren, die mit Technologie die Gesellschaft gestalten wollen, das Motto lautet daher selbstbewusst „Mit Code die Welt verbessern“. Es gibt drei Säulen im Angebot von Jugend hackt: Wochenend-Events, internationale Austausche und die Jugend hackt Labs.
Seit 2013 hat Jugend hackt über 50 sogenannte Hackathons für Jugendliche veranstaltet, zunächst in Berlin und dann bald mit einem Netzwerk aus vielen lokalen Organisator:innen in Städten in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Jugend hackt als Event
Ein typisches Jugend-hackt-Wochenende läuft so ab: Zwischen 20 und 140 Jugendliche treffen am Freitagnachmittag am Veranstaltungsort ein. Wer keinen eigenen Laptop hat, bekommt ein Gerät ausgeliehen. Nach einer Kennenlernphase und Inputs zur Hacker:innen-Ethik und dem diesjährigen Motto beginnt am Abend das Brainstorming: Die Jugendliche diskutieren eigene Ideen für Softwareprojekte und stellen sie einander vor.
Am Samstag entscheiden sich die Jugendlichen für eines der entworfenen Projekte und finden sich in Projektgruppen zusammen. Unterstützung erfahren sie durch ehrenamtliche Mentor:innen, die das gesamte Wochenende vor Ort sind, der Betreuungschlüssel liegt bei etwa 1:3. Am Samstagnachmittag gibt es oft auch noch thematische Inputs in Form von Kurzvorträgen, etwa zu bestimmten Programmiersprachen, die die Jugendlichen bei Interesse besuchen können. Am Abend proben die Projektgruppen einmal den Ablauf ihrer Projektpräsentation.
Am frühen Sonntagnachmittag beginnt der letzte Teil des Hackathons, der auch als einziger öffentlich ist: Zur Projektpräsentation sind Freund:nnen und Familie eingeladen, zusätzlich gibt es einen Stream im Internet. Jede Projektgruppe stellt dabei kurz auf der Bühne ihre Idee und die Schritte zur Umsetzung vor.
In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut veranstaltet Jugend hackt auch seit 2016 in loser Folge Schüler:innenaustausche zwischen Deutschland und verschiedenen asiatischen Ländern. Die jüngste Ergänzung im Programm sind die Jugend hackt Labs. Sie bieten an aktuell 15 Standorten ein ganzjähriges Angebot für Jugendliche vor Ort. In der Regel finden in jedem Lab rund zwei Veranstaltungen im Monat statt, darunter Workshops zu verschiedenen technischen Themen, zum Beispiel Programmiersprachen sowie ein offenes Angebot, bei dem die Jugendlichen an eigenen Projekten arbeiten können. Dabei werden sie wie auf den Events von Mentor:innen begleitet. Das Ziel der Labs ist, einen niederschwelligen Zugang für Jugendliche zu bieten, vor allem im ländlichen Raum.
Motiv der Offenheit
Jugend hackt ist stark von den Ideen und Idealen der Hacker- und Netzbewegung beeinflusst und hebt sich dadurch von anderen Bildungs- und Jugendförderprogrammen ab. Zum einen gehört dazu, den Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen. Dazu gehört auch, sie für ein Wochenende lang aus ihrer gewohnten Umgebung mit Eltern und Schule herauszuholen und ihnen einen Ort zu bieten, an dem sie ohne die üblichen Erwartungen handeln können.

Dazu passt auch eine aktiv angesprochene Fehlerkultur: Fehler sind nichts Schlimmes, sondern ein wichtiges Element der persönlichen Erkenntnis. Auch die anwesenden Erwachsenen, also das Organisationsteam und die Mentor:innen machen Fehler, wissen nicht alles und stehen auch dazu.
Das Motiv der Offenheit findet sich auch auf vielen anderen Ebenen. Open Source: Wir zeigen Jugendlichen die Vorteile von quelloffener Software und fordern sie auf, ihrerseits Code unter offenen Lizenzen zu veröffentlichen. Open Data: Mit offenen Daten (also in der Regel Datensätzen von staatlichen Stellen) lassen sich spannende gesellschaftspolitische Projekte umsetzen. Open Educational Resources: Jugend hackt hat das Handbuch Jugend-Hackathons5 und weitere Workshop-Ideen frei veröffentlicht, um Nachahmer:innen zu ermutigen.
Es geht nicht darum, Jugendliche zum Informatikstudium und/oder einer Karriere als Coder:in hinzuführen. Es geht darum, Technik als ein wichtiges Mittel der gesellschaftlichen Veränderung zu verstehen. Wer die Systeme versteht (sowohl gesellschaftspolitische als auch technische), steht ihnen nicht mehr handlungsunfähig gegenüber. Wer programmieren kann, hat damit auch eine Verantwortung, die eigenen Fähigkeiten bewusst einzusetzen, etwa um Antworten auf gesellschaftliche Fragen zu finden. Es geht also, ganz im Sinne der Hacker- und Netzbewegung, um politische Bildung und um eine Selbstwirksamkeitserfahrung, die gesellschaftliches Handeln ermöglicht.
Hackathon
Ein Hackathon (von „hacken“ und „Marathon“) ist ein Event, das meist ein Wochenende lang dauert. In 48 Stunden entwickeln mehrere Teams gleichzeitig ein Softwareprojekt, von der Idee bis zu einem möglichst lauffähigen Prototyp. Das seit 1999 existierende Format ist ursprünglich ein Wettbewerb, bei dem am Ende die besten Teams ausgezeichnet werden, zum Beispiel durch eine Jury. Im Computerspielbereich gibt es die sehr ähnlichen „Game Jams“. Mittlerweile gibt es auch ähnliche Formate, bei denen nicht Software-Entwicklung, sondern auch andere Formen von Ideenfindung im Team das Ziel sind.
Das Hackathon-Konzept ruft auch Kritik hervor: Firmen haben das Format genutzt, um die Ideen von kreativen Teilnehmer:innen einzusammeln und zu vermarkten. Einige Hackathons, die von Ministerien und anderen öffentlichen Stellen veranstaltet werden, erwecken den Eindruck einer Bürgerbeteiligung, produzieren aber oft nur weitere Lösungsvorschläge für bekannte Probleme, die dann nicht weiterverfolgt werden.
Jugend hackt hat das Hackathon-Format ab 2013 mit medienpädagogischer Begleitung für Jugendliche adaptiert und nach den ersten Veranstaltungen vor allem alle Wettbewerbs-Aspekte herausgenommen: Alle Projekte stehen für sich, es gibt keine Preisverleihung.
Dennoch: Immer wieder erfahren wir von ehemaligen Teilnehmer:innen, dass sie sich dank ihrer Erfahrungen bei Jugend hackt dazu entschlossen haben, ein Informatik-Studium aufzunehmen. Ganz besonders freut uns, wenn wir etwa von jungen Frauen und/oder Menschen mit Migrationshintergrund erfahren, dass sie sich erst durch Jugend hackt getraut haben, diesen Schritt zu gehen.
Insgesamt sind daher die Prototypen, die am Ende eines Events präsentiert werden, bei weitem nicht die wichtigsten Ergebnisse des Programms. Jugendliche, die wir danach gefragt haben, was Jugend hackt für sie bedeutet, berichten von anderen Dingen: Von langjährigen Freundschaften, vom Impuls, ein bestimmtes Studium aufzunehmen oder ins Ausland zu gehen. Davon, sich gesellschaftlich und politisch zu engagieren. Und sie bringen sich im Umfeld von Jugend hackt, CCC und Co. ein: Halten Vorträge, geben Workshops und werden als Erwachsene selbst Mentor*innen, die den Nachwuchs unterstützen. Sie bleiben Teil einer Community.
Neue Ansprachen und Zugänge
Um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, eine möglichst diverse Gruppe von Jugendlichen zu erreichen, muss man allerdings aktiv dafür eintreten. Ohne gesonderte Positionierung und Ansprache hätte Jugend hackt ansonsten eine Teilnehmer:innenstruktur, die zu über 80% aus weißen Jungen aus bildungsnahen Familien bestehen, die ganz selbstverständlich über einen eigenen Laptop und Internetzugang verfügen.
Neben der Hacker-Ethik, die bei Jugend hackt von Anfang an Hacker:innen-Ethik heißt, hat das Programm zudem einen Code of Conduct (Verhaltenskodex)6, der das gemeinsame Miteinander regelt. Unter der Mitwirkung von Mentor:innen und Jugendlichen haben wir diesen Text zuletzt 2021 grundlegend überarbeitet.
Dazu gehört natürlich auch eine aktive Ansprache von u.a. nicht-männlichen Jugendlichen, queeren Jugendlichen, Jugendlichen aus Einwandererfamilien und anderen Gruppen, die in der IT eher unterrepräsentiert sind. Auch bei der Auswahl der Mentor:innen setzen wir darauf, durch Repräsentation Vorbilder zu schaffen, in denen sich Jugendliche wiedererkennen können.
Dabei unterstützen uns auch die Hacker der 1980er und 1990er und die Netzaktivisten der Nuller Jahre. Jugend hackt ist für sie ein Angebot, dass sie als junge Menschen gern selbst in Anspruch genommen hätten. Daniel Domscheit-Berg betreibt seit 2017 im ehemaligen Bahnhofsgebäude in Fürstenberg/Havel den Verstehbahnhof. Der Makerspace ist seit 2019 einer der ersten beiden Standorte der neuen Jugend hackt Labs. Alle zwei Wochen lädt er Jugendliche zu kostenlosen Workshops zu verschiedenen IT-Themen ein, sein offenes Angebot heißt „Hacken am Hausbahnsteig“.
Domscheit-Berg sagt: „Heutzutage kann man Menschen über so viele verschiedene Weg heranführen. Früher ging es darum: Man wollte programmieren lernen, um Spiele zu kopieren. Oder man wollte Netzwerke verstehen, um in eine Mailbox zu kommen, um mit anderen kommunizieren zu können. Das war alles. Heute kann ich Jugendlichen sagen: Lern doch programmieren, zum Beispiel mit TurtleStitch, und steuere unsere Stickmaschine an und verstehe dabei gleichzeitig die Mathematik dahinter. Es gibt Zugänge über 3D-Druck, Lasercutter, Calliope, Heim-Automation. Oder über das Thema Nachhaltigkeit, repariere dein Handy… es gibt heute hundertmal so viele Einstiege, um junge Leute mit ihrem Interesse abzuholen.“