Magazin für die pädagogische Praxis

Fachbeiträge

Hand die das Peace Symbol macht vor einem wolkigen Himmel.

Wenn Medien zu Waffen werden

Für eine neue Friedenspädagogik im Netz

Hackerangriffe, Propagandaschlachten, Desinformation aus Web-Brigaden, Deepfake mit Kapitulationsankündigung – das Netz ist längst zum Kriegsschauplatz geworden, wobei immer schwerer zu erkennen ist, wer für eine Aktion verantwortlich und was echt oder was gefakt ist. Seit dem Angriff auf die Ukraine hat der Krieg in den sozialen Medien eine neue Dimension erreicht, zusätzlich schüren Hass und Hetze per se den Unfrieden im Netz. − Einige Überlegungen und Antworten für eine Friedenspädagogik an der Schnittstelle zur Medienpädagogik, die Frieden stiften will im Digitalen und dadurch vielleicht Gewaltausübung verhindern kann im Analogen.

Wer bei Fake News früher an die „Medienpolitik“ Donald Trumps dachte, denkt heute vermutlich eher an Wladimir Putin und seine Mitstreiter:innen – was nicht nur daran liegt, dass Trump die letzte US-Präsidentschaftswahl verloren hat. Und während der Angriffskrieg auf die Ukraine täglich neue Menschenleben fordert, Menschen massenhaft in die Flucht treibt, Infrastrukturen zerstört, Lebensmittel- und Energieknappheiten und anderes Schreckliches mehr provoziert, tobt gleichzeitig ein hybrider Informationskrieg, der nur zum Teil von Herrscherfiguren à la Putin gelenkt wird und seinen Anfang vermutlich bereits früher nahm.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass es vor diesem Hintergrund zu einer Neubewertung und Erweiterung traditioneller pädagogischer Ansätze kommen muss, wie etwa der der Friedenspädagogik oder auch -bildung – an der Schnittstelle zur Medienpädagogik. Als „Lehre aus dem Informationskrieg“ schlug der Medien- und Kommunikationswissenschaftler Bernhard Pörksen bereits im Frühjahr in seinem Vortrag im Rahmen der re:publica22 ein „präventives Debunking“ vor: eine Art-Vorab-Aufklärung, welches Menschen qua Medienbildung vor dieser Entwicklung impfen und immunisieren soll.1 Am Ende kann es aber natürlich nicht nur um Impfen und Immunisieren gehen, selbst wenn das Bild mit Blick auf die Covid19-Pandemie gerade so schön stimmig erscheint. Vielmehr sollte auch hier eine ebenso selbstbestimmte, kritische und aktive Mediennutzung in den Blick genommen werden − aktiv wie passiv.

Aber der Reihe nach: Was hat sich verändert? Was machen moderne Konflikte und Kriege aus? Und was tut sich abseits der Kriegshandlungen oder vielleicht besser: unterhalb der Schwelle klar zurechenbarer Kriegshandlungen? Wie könnte eine Friedenspädagogik oder auch -bildung an der Schnittstelle zur Medienpädagogik aussehen, die eben darauf reagiert? Dies soll hier zumindest in Umrissen skizziert und in einem praktischen Beispiel illustriert werden.

Krieg und Gewalt im digitalen Zeitalter

Was hat sich verändert, was machen moderne Konflikte und Kriege aus? Mit dieser Frage hat sich unter anderem Herfried Münkler kurz nach der Jahrtausendwende intensiver beschäftigt. Der Berliner Politikwissenschaftler hat in kurzem Abstand gleich zwei Bücher zum Krieg veröffentlicht: „Die neuen Kriege“ und „Über den Krieg“ (beide 2002). In einem 2018 erschienenen Essay für die Schweizer NZZ wendet er seine Überlegungen auf aktuellere Kriege an und erklärt: „An den Rändern und der Peripherie Europas haben sich […] neue Kriege entwickelt, die ganz andere Strukturen und Entwicklungsdynamiken aufweisen als die europäischen Kriege der Vergangenheit.“2

So hätten die Kriege im Balkan und im Kaukasus, im subsaharischen Afrika, in Zentralasien und im Nahen Osten sowie nicht zuletzt in der Ostukraine gezeigt, dass hier nicht mehr nur Staaten (militärisch) miteinander ringen. Warlords, Söldner:innen und Terrorist:innen greifen ein, deren Gewalttaten sich vor allem gegen die Zivilbevölkerung ebenso wie gegen Kommunikationsinfrastrukturen („Cyberwar“) richten. Einmal mehr werden mediale Bilder als Waffen im Konfliktfall eingesetzt. Dabei verwischt zusehends, wer Opfer und wer Täter:in ist, was Aktion und was Reaktion ist: „Im Unterschied zu mit klassischem Militär vorgetragenen Angriffen, bei denen geografische Grenzen überschritten werden und klar ist, wer der Angreifer ist, handelt es sich hier um Attacken, bei denen man nicht sogleich sagen kann, wer dafür verantwortlich ist, und auch später diese Verantwortlichkeit zweifelsfrei nachzuweisen, ist unmöglich – zumal dann, wenn es sich um zivilgesellschaftlich camouflierte Akteure handelt.“3

Gezielt verbreitete Desinformation – die Deutsche Welle (DW) recherchierte, dass die drei angeblich aus der Ukraine stammenden aktuellen Aufnahmen aus Russland aus der Zeit vor Kriegsbeginn stammen.

Man erinnere sich nur an die Anfänge des Ukraine-Konflikts und die hier vermuteten Undercover-Aktionen. In der Folge wird zusehends unklar(er), wann ein Konflikt heraufzieht und in eine militärische Auseinandersetzung oder gar einen Krieg eskaliert. Die eingangs erwähnten Angriffe gegen Kommunikationsinfrastrukturen manifestieren sich dabei in Hackerangriffen, aber auch verwirrenden Propagandaschlachten. Diese waren natürlich schon immer Bestandteil traditioneller Konflikte und kriegerischer Auseinandersetzungen.

Unter den Bedingungen fortschreitender Digitalisierung und einer Demokratisierung des Zugangs zu digitalen Tools sowie der Inhaltsdistribution – Stichwort: soziale Bewegtbildnetzwerke – erhalten diese Angriffe aber eine neue Wirkmächtigkeit. In seiner wöchentlichen Kolumne für den SPIEGEL erklärt Sascha Lobo noch relativ zu Beginn des Krieges (Ende März 2022) dazu: „Soziale Medien sind ein eigenes Schlachtfeld geworden. Bei den Kriegen und Konflikten in Syrien, Kurdistan, der Ukraine seit 2014, Armenien, Mali, Afghanistan und vielen anderen Orten der Welt war das in den letzten zehn, fünfzehn Jahren auch schon so. Aber beim russischen Überfall auf die Ukraine ist der Krieg in und mit sozialen Medien auf eine völlig neue Größenordnung und Qualitätsstufe katapultiert worden.“

Deepfake bezüglich Putin

Deepfakes stiften Verwirrung – im Netz kursieren Videos, in denen der russische ebenso wie der ukrainische Präsident zur Kapitulation aufrufen.

Mix aus authentischen Infos und Fake News

Nicht nur die Kriege haben sich also verändert, auch die sozialen Medien sind zu einem „eigenen Schlachtfeld“ geworden. (Auch) Hier wird um die Deutungshoheit über den Angriffskrieg auf die Ukraine zwischen Ost und West gerungen, wiewohl nichtstaatliche Akteur:innen ebenfalls aktiv sind: von zivilgesellschaftlich Institutionen, manche auch nur als solche getarnt, bis hin zu einzelnen Bürger:innen. Wie auf allen Plattformen finden sich – vor allem auf TikTok, aber natürlich auch anderswo – authentische Bilder und Informationen, vielfach ohne Einordung und/oder Kontext, ebenso wie gezielt verbreitete Desinformationen mit unklarer Quelle. Letztere geben vor, den aktuellen Krieg in der Ukraine zu zeigen, erweisen sich jedoch bei näherer Betrachtung vielfach als aus dem Zusammenhang gerissene Videos, als teils altes Bildmaterial oder gänzlich gefälscht. Allerdings stehen nicht nur kriegstaktische Gründe für das Produzieren und Verbreiten solcher visuellen Desinformationen im Vordergrund. Auch ökonomische Motivationen können hinter einem gezielten Verbreiten von Desinformationen liegen. Auf TikTok beispielsweise inszenieren Nutzer:innen das Kriegsgeschehen in der Ukraine in Livestreams und wiegen ihre Zuschauer:innen in dem Glauben, dass sie sich in akuter Gefahr befinden, und bitten um Spenden, während im Hintergrund vermeintliche Bombeneinschläge zu hören sind. Soll heißen: Es geht um Geld.

Abseits dessen belegen Studien wie etwa die der liberalen Friedrich-Naumann-Stiftung, dass Russland die Beeinflussung der öffentlichen Meinung im Ausland durch gezielte Desinformation als politisches Ziel ausgewiesen hat.4 Aber natürlich versuchen auch die angegriffene Ukraine und ihre Bürger:innen hier ihre Sicht der Dinge zu kommunizieren – mit Bildern und Behauptungen, die nur schwer oder gar nicht zu überprüfen sind.5

So tobt – wie eingangs schon formuliert – ein hybrider Informationskrieg, der bei genauerer Betrachtung nur teilweise gelenkt ist: Zivilgesellschaftlich camouflierte Akteur:innen partizipieren genauso wie Menschen, die ihre Inhalte als „Kunst“ oder „Satire“ beschreiben und manchmal auch tarnen. Mitte Juni glaubte Berlins regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey, mit dem Kiewer Bürgermeister und Ex-Box-Champion Vitali Klitschko via Videocall zu sprechen. Das Gespräch endete jedoch, nachdem es eine eigenartige Wendung nahm. Wiens Bürgermeister schöpfte bei einem ähnlichen Anruf keinen Verdacht, während Madrids Bürgermeister bereits nach mehreren Minuten misstrauisch wurde und das Gespräch abbrach. Zunächst glaubte man an einen „Deepfake“, dann an einen Zusammenschnitt alter Aufnahmen, einen sogenannten „Shallow Fake“.6 Letzteres ist technisch weniger aufwendig zu produzieren, aber erscheint mindestens ebenso verstörend, mittlerweile sind noch andere Formate im Gespräch.7 Zu der Aktion bekannten sich zwei kremlnahe russische „Künstler“, die ihre ganze Karriere auf „Streichen“ (engl. „Pranks“) aufgebaut haben (wollen) und 2019 bereits den französische Präsident Emmanuel Macron mit einem Fake des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in die Irre geführt haben.8

Kurz nach dem Gespräch sagte Giffey gegenüber der Tageszeitung (taz), dass Kriege mittlerweile mit allen Mitteln geführt werden, „auch im Netz, um mit digitalen Methoden das Vertrauen zu untergraben und Partner und Verbündete zu diskreditieren“.9

Eine andere, digitale Friedenspädagogik?

Wie sollte eine Reaktion auf diesen verwirrenden (Informations-)Krieg aussehen? Wie könnte eine Friedenspädagogik oder auch -bildung an der Schnittstelle zur Medienpädagogik gestaltet sein, die Antworten gibt bzw. den medialen Kriegsbildern und den „Desinformationen als Waffe“ etwas entgegensetzt?

Friedenspädagogik oder auch -bildung zielt üblicherweise darauf ab, gewaltfördernde Muster und Strukturen innerhalb der Zivilgesellschaft frühzeitig wahrzunehmen und in konfliktlösendes Verhalten zu verwandeln. Das Ziel hierbei: kriegerische Auseinandersetzungen zu überwinden oder, im Idealfall, sogar zu verhindern.10 Daher muss die Friedenspädagogik oder auch -bildung als normatives Konzept verstanden werden, die unser alltägliches Miteinander − auch über Grenzen hinweg − in den Mittelpunkt stellt. Deshalb erscheint die Beschäftigung mit ihr so sinnvoll in diesen verwirrenden (Kriegs-) Zeiten.

Wurden eben Aspekte der medialen Kriegsführung beschrieben, stellt sich − mit Blick auf die Zielvorstellung der Friedenspädagogik − jetzt die Frage: Was ist überhaupt Frieden? Gerne wird zwecks Beantwortung dieser Frage auf die UNESCO verwiesen, die definiert „dass Frieden nicht nur das Nichtvorhandensein von Konflikten bedeutet“11, also die bloße Abwesenheit von Krieg oder kriegerischen Handlungen. Frieden bedeutet (ihr) mehr: Er sei ist eher ein Prozess, ein positiver, dynamischer und partizipatorischer Prozess, in dessen Rahmen Konflikte in einem Geist des gegenseitigen Verständnisses und der Zusammenarbeit beigelegt werden könnte und der Dialog gefördert würde.

Weiter heißt es: „dass das Ende des Kalten Krieges mehr Möglichkeiten für die Stärkung einer Kultur des Friedens eröffnet hat“.12 Zu dieser Friedenskultur liefert die Friedenspädagogik oder auch -bildung einen Beitrag. Da Kriege im Geiste des Menschen entstehen, müsse „auch die Verteidigung des Friedens im Geiste des Menschen ihren Anfang nehmen“.13

Allerdings finden Gewaltausübung und kriegerische Konflikte heutzutage, wie weiter oben ausführlich beschrieben, anders statt. Deutlich wurde: Zu den analogen Formen sind digitale hinzugetreten, weshalb Themen oder Ansätze aus der modernen Medienpädagogik als Fortführung der Friedenspädagogik oder auch -bildung mit anderen Mitteln sinnvoll erscheinen – etwa die Beschäftigung mit (Online) Hate Speech und Fake News, als Formen verbaler Gewalt, nicht zuletzt, da eben dieser digitale Hass auch in der analogen Realität gravierende Folgen nach sich ziehen kann.

Modulbox zur Medienbildung für den Frieden

Wie kann also ein medienpädagogischer Ansatz aussehen, der Gewalt fördernde Muster und Strukturen − vor allem mit Blick auf soziale Medien − identifiziert und entschlüsselt, ebenso Fake News und ihre Verbreitungswege, gerade auch mit Blick auf aktuelle kriegerische Auseinandersetzungen, aber zugleich die ebenso selbstbestimmte, kritische und aktive Mediennutzung intendiert?

Dieses Ziel verfolgt die Modulbox „Politische Medienbildung für Jugendliche. Auf Hate Speech und Fake News reagieren“14 und das dazugehörige Kurskonzept. Es richtet sich insbesondere, aber nicht ausschließlich, an Multiplikator:innen, die mit jungen Zielgruppen arbeiten. Denn vor allem diese sind es, die sich zunehmend im Internet informieren und hier mit den prekären Entwicklungen konfrontiert sind. Die Materialien sind individuell adaptierbar und können somit in unterschiedlichen Kursformaten und mit diversen Zielgruppen eingesetzt werden. Sie erleichtern Fachkräften die Vorbereitung von digitalen wie auch analogen Angeboten in diesem Themenbereich.

Entstanden ist die Modulbox 2018 als Kooperationsprojekt der Zentralstelle Politische Jugendbildung des Deutschen Volkshochschul-Verbands gemeinsam mit der Grimme-Akademie. Nach einer Aktualisierung und Erweiterung 2020, gliedern sich die Inhalte in fünf Module:

  • Das Modul „Warm-up“ bündelt Informationen und gibt Anregungen, um zum Einstieg das (eigene) Medienverhalten gemeinsam zu reflektieren. Ziel ist, neben dem Kennenlernen erste Ansätze für die kreative mediale Umsetzung des Themas zu entwickeln.
  • Das Modul „Fake News“ führt in den Begriff ein und gibt Beispiele. Ferner klärt es über Motive und Verbreitungsformen, über mögliche gesellschaftliche Folgen sowie die Rechtslage auf.
  • Analog erklärt auch das Modul „Hate Speech“ zunächst die Begrifflichkeit, nennt Beispiele für verletzendes Online-Verhalten und befasst sich mit Urheber:innen sowie Adressat:innen von Hassreden im Netz. Thematisiert werden zudem die gesellschaftlichen wie auch individuellen Folgen von Hate Speech.
  • 2020 hinzugefügt wurde das Modul „Dark/private Social“ mit praktischen Handlungsempfehlungen für die Sensibilisierung und Reflexion der Potenziale und Gefahren geschlossener Kommunikationskanäle, wie beispielsweise Messengerdienste, im World Wide Web.
  • Das Modul „Kampagnen und Initiativen“ gibt einen Überblick über Angebote gegen Fake News und Hass im Netz, weist den Weg zu vertiefenden Informationen, Hintergrundwissen, zusätzlichen Praxisbeispielen und – nicht zuletzt – den Online-Beschwerdestellen.

Die aktuellen Kursmaterialien zu „Krieg und Medien. Zum Umgang mit Desinformation und (Kriegs-)Propaganda“15 ergänzen die Modulbox. Die Materialien bieten eine Auswahl an Informationen, Methoden und Umsetzungsvorschlägen für die konkrete Anwendung in der medienpädagogischen Arbeit mit jungen Zielgruppen an Volkshochschulen und weiteren außerschulischen Bildungseinrichtungen. So wird zum Beispiel die Darstellung des Krieges gegen die Ukraine auf Sozialen Medien wie TikTok thematisiert und werden praktische Übungen dazu skizziert.

Aycha Riffi, Leiterin der Grimme-Akademie und Mitautorin der Kursmaterialien, erläutert: „Dass medial über den Krieg gegen die Ukraine, aber auch über andere Kriege und Gewaltkonflikte kontinuierlich berichtet wird, ist richtig und wichtig. Nur finden nicht nur journalistisch begleitete Informationen den Weg in unseren (digitalen) Alltag. Daher müssen wir darüber sprechen, welcher Umgang mit Bildern und Texten sinnvoll ist. Wir wollen Medienpädagog:innen mit gebündelten Informationen, Methodenvorschlägen und Umsetzungsideen in dieser Arbeit unterstützen. Dazu haben wir geeignete Quellen recherchiert, verweisen auf Webseiten und passende Webvideos, nennen aber auch weitere Institutionen, die an dem Thema arbeiten zur Vertiefung.“

Die Kursmaterialien zu „Krieg und Medien“ ergänzen die Modulbox , beides kann kostenlos über die Webseite des Deutschen Volkshochschul-Verbands bezogen werden.

Nachrichtenkompetenz und Quellenkritik

Eine neue Friedenspädagogik fürs Netz bedeutet keine Ablösung der alten, sondern eine Erweiterung auf die Auseinandersetzung mit (Online) Hate Speech, Fake News. Das Aufzeigen von Ansätzen für eine zivile(re) Debattenkultur kann als Ergänzung herhalten und reiht sich in normative Argumentationslinien im Bereich der Medienbildung ein.16 Ein solcher Ansatz sensibilisiert Mediennutzer:innen für das gezielte Hinterfragen von Informationen und die Identifikation von Desinformation und fördert so die Nachrichtenkompetenz und Quellenkritik.

Dabei geht es nicht (nur) um Kompetenzvermittlung, sondern um das idealistische Ziel: Frieden stiften im Digitalen – oder realistischer: Konflikte reduzieren – und damit vielleicht auch Gewaltausübung verhindern im Analogen, denn digitaler Hass kann umschlagen.

Materialien zum Thema Fake News

Bunker der Lügen – Jugendliche ab 13 Jahren lernen in dem Klicksafe-Actionbound-Spiel, Lügen und Verschwörungserzählungen
zu entlarven: klicksafe.de
#glaubnichtalles – Der diY-Entschwörungsgenerator. Wie absurd Verschwörungsmythen sind, das weiß der Entschwörungsgenerator der Amadeu Antonio Stiftung. Guter Seminareinstieg mit Jugendlichen: amadeu-antonio-stiftung.de
Wie kann ich Social Media Fake News erkennen? Sehr gute Sammlung von Hintergrundmaterial, Faktenfindern und anderen Bildungsmaterialien zum Thema: www.digitalcheck.nrw/digital-weiterwissen/wie-kann-ich-social-media-fake-news-erkennen
Fakefilter – Webvideo-Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung zusammen mit Youtuber Phillipp Betz als Mrtrashpack mit Tipps und Tools zur Entstehung, Verbreitung von Fake News und wie man sich schützen kann: fakefilter.de
Good News Bad News Fake News – Interaktive Lernbausteine des Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung zu den Themen a – Medien + Demokratie / b – Journalismus + Pressekodex / c – jeder kann veröffentlichen / d – du als Autor: apps.medienberatung.online/news
Keep it Real! – Gib Fake News keine Chance – Podcast, Tutorials, Hintergrundinfos der initiative Klickwinkel, mit dem Ziel Jugendliche widerstandsfähig zu machen: klickwinkel.de
sWr Fakefinder-Quiz: swrfakefinder.de
Fake It To Make It ist ein Spiel, das sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen von Fake-News beschäftigt. Dazu gibt es Unterrichtsmaterial: fakeittomakeit.de
Mimikama – Der österreichische Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch bietet eine Rechercheplattform zum Faktencheck und eine Meldefunktion für Fake News: mimikama.org


Anmerkungen
  1. 1. Pörksen, Bernhard (2022): Lehren aus dem Informationskrieg, online unter: www.youtube.com/watch?v=_p8rLpWGsxo, re:publica22, vergleiche Beitrag Pörksen in diesem Heft.
  2. 2. Münkler, Herfried (2018): Der Friede ist so zerbrechlich wie noch nie, online unter: www.nzz.ch/feuilleton/der-friede-ist-so-zerbrechlich-wie-noch-nie-ld.1352132, Neue Zürcher Zeitung
  3. 3. Ebd.
  4. 4. Spahn, Susanne (2022): Russische Medien in Deutschland. Die Bundestagswahlen 2021 – Zwischen Einflussnahme und Desinformation, Potsdam-Babelsberg: Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.
  5. 5. Rückgriffe auf gezielte Desinformation wurden hierbei allerdings noch nicht bekannt, allenfalls starke Zuspitzungen, siehe re:publica22 (2022): MONITOR-Forum: Journalist*innen im Ukraine-Krieg – (Zu) nah dran?, online unter: www.youtube.com/watch?v=HHgkTtiOEto&list=PLAR_6-tD7IZWZfd41BA5PVDhJz-6tcGJV&index=35.
  6. 6. Bei „Deepfakes“ kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz, mit der sich Bewegtbilder authentisch manipulieren lassen. Zur Unterscheidung von „Deepfakes“, „Shallow Fakes“ und weiteren Formaten sowie zu den Urheber:innen in diesem konkreten Fall, siehe ausführlicher von Jonas, Uschi und Marinov, Viktor (2022): Deepfakes zwischen Pornografie und politischer Desinformation – wie groß ist die Gefahr? Online unter: https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2022/08/12/deepfakes-zwischen-pornografie-giffey-und-politischer-desinformation-wie-gross-ist-die-gefahr.
  7. 7. Ebd.
  8. 8. Ebd.
  9. 9. Joswig, Gareth (2022): Giffey und der falsche Klitschko, online unter: https://taz.de/Cyberattacken-auf-Buergermeister/!5863450/, taz.
  10. 10. Vgl. Sander, Wolfgang (2021): Friedenspolitische Bildung. In: Handbuch politische Bildung. (Hrsg.): Von Sander, Wolfgang und Pohl, Kerstin. 5. Auflage. Wochenschau Verlag.
  11. 11. Generalversammlung der Vereinten Nationen (1999): Erklärung über eine Kultur des Friedens und Aktionsprogramm für eine Kultur des Friedens.
  12. 12. Ebd.
  13. 13. Ebd.
  14. 14. Download der Modulbox unter: www.volkshochschule.de/verbandswelt/projekte/politische_jugendbildung/modulbox-zu-hate-speech-und-fake-news.php
  15. 15. Modulbox-Ergänzung „Krieg und Medien“ abrufbar unter: www.volkshochschule.de/verbandswelt/projekte/medienkulturcampus Entstanden sind die Materialien im Projekt MedienkulturCAMPus. Als Teil des bundesweiten Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona“ wird es bis Ende 2022 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
  16. 16. Gapski, Harald; Gräßer, Lars (2007): Medienkompetenz im Web 2.0 – Lebensqualität als Zielperspektive, in: Lars Gräßer; Monika Pohlschmidt (Hrsg.): Praxis Web 2.0. Potenziale für die Entwicklung von Medienkompetenz. Schriftenreihe Medienkompetenz des Landes Nordrhein-Westfalen., S. 11-34, München/Düsseldorf: kopaed.