Magazin für die pädagogische Praxis
Junge Perspektiven

Mädchen interviewt drei Personen. Sie sitzen an einem grünen Tisch.

Mission KI

Podcast zur Ausstellung im Deutschen Museum

Künstliche Intelligenz ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, doch schon lange vor dem großen Hype um ChatGPT gab es KI. Um das Thema näher zu beleuchten, haben die KURUX-Reporter:innen die Ausstellung „Mission KI“ im Deutschen Museum in Bonn besucht, die bereits seit einigen Jahren besteht.

In Interviews haben die Reporter:innen Fragen geklärt wie: Was ist KI überhaupt, wofür wird sie genutzt und wie findet sie im Alltag Anwendung? Sie erkundeten die Ausstellung, erklärten komplexe Konzepte wie Reinforcement Learning und autonomes Fahren, und berichteten über ihre neu gewonnenen Erkenntnisse.

Darüber hinaus setzten sich die KURUX-Reporter/innen mit den gesellschaftlichen Auswirkungen von KI auseinander und führten Gespräche mit anderen Besucher:innen. Sie traten sogar in einem Wettkampf gegen die KI an, um herauszufinden, wer in verschiedenen Bereichen aufmerksamer ist. Ist KI böse? Wohin wird sie sich entwickeln? Solche Fragen besprachen die KURUXler:innen mit den Museonauten des Deutschen Museums.

Transkript

Künstliche Intelligenz erleben – Ein Besuch im Deutschen Museum Bonn

Moderatorin: Radio Kurux – Kultur für dich. Nah dran am Kulturrucksack. Was ist das denn? Ist das so ein Zeitreiseautomat?

Sprecherin: Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Thema, das in den letzten Jahren sehr stark in die Öffentlichkeit gerückt ist. Aber auch vor ChatGPT gab es schon KI-Modelle. Um uns mehr damit auseinanderzusetzen, besuchen wir heute mit unseren Kurux-Reporterinnen und -Reportern die KI-Ausstellung im Deutschen Museum Bonn.

Was ist eigentlich KI?

Umfrage-Teilnehmerin 1: KI bedeutet für mich künstliche Intelligenz. Für mich ist das alles noch ganz spannend und neu.

Umfrage-Teilnehmerin 2: Unter KI verstehe ich vor allem das Denken von Maschinen, die selbst Entscheidungen treffen oder komplexe Sachverhalte lösen können – basierend auf den Informationen, die ihnen zur Verfügung stehen.

Umfrage-Teilnehmer 3: Es ist eine Programmierung mit Algorithmen. Es wird versucht, das menschliche Gehirn nachzubauen, damit eine Maschine Aufgaben übernehmen kann, für die man normalerweise menschliche Intelligenz braucht.

KI im Alltag

Reporter: Nutzen Sie KI bereits in Ihrem Alltag?

Umfrage-Teilnehmerin 3: Ja, zum Beispiel ChatGPT. Ich bin Ausbilderin im kaufmännischen Bereich. Wir nutzen das Programm mit den Azubis, um Texte zu erstellen oder Informationen aus dem Web zu sammeln.

Umfrage-Teilnehmerin 2: Bewusst nutze ich keine KI. Aber unbewusst begegnet sie einem oft im Kundensupport durch Chatbots.

Sprecherin: Viele nutzen KI bereits, um Bilder zu generieren, Instagram-Unterschriften zu erstellen oder einfache Fakten zu recherchieren.

Reinforcement Learning: Lernen durch Versuch und Irrtum

Jakob (Reporter): Ich stehe hier vor einer Maschine namens „Reinforcement Learning“. Hier sieht man einen Roboter in einem Labyrinth. Er muss den richtigen Weg zum Ausgang finden. Reinforcement Learning ist eine Art von KI, die durch Versuch und Irrtum lernt – ähnlich wie Menschen oder Tiere. Die KI versucht Aufgaben zu erfüllen und erhält dafür Belohnungen (wie virtuelle Bonbons) oder Bestrafungen (wie Lava).

Wenn ich auf Start drücke, läuft die KI los. An einer Kreuzung merkt sie: Rechts ist eine Sackgasse. Also speichert sie, dass dieser Weg falsch ist. Sie probiert so lange neue Wege aus, bis sie den Ausgang findet. Wenn man das Labyrinth verändert, passt der Roboter sein Training an.

Autonomes Fahren und Objekterkennung

Jesse (Reporter): Wir sind jetzt in der Abteilung für autonomes Fahren. Hier steht ein 30-km/h-Schild und ein Monitor. Die KI scannt das Schild. Auf dem Monitor sieht man grüne Quadrate. Diese zeigen, welche Bereiche sich die KI besonders genau ansieht. Sie achtet bei „30“ hauptsächlich auf die „3“, weil sie weiß, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen meistens auf Null enden.

Das Problem: Wenn ich einen Aufkleber auf die „3“ klebe, sodass sie wie eine „8“ aussieht, wird die KI unsicher. Ist es nun 30 oder 80? Das ist eine große Herausforderung für die Sicherheit beim autonomen Fahren.

Ethische Entscheidungen der KI

Reporter: Wir stehen vor einem Simulator, der zeigt, wie eine KI bei Hindernissen entscheidet. Man kann Szenarien einstellen, zum Beispiel einen betrunkenen Fußgänger oder einen Schulbus auf der Straße. Die KI berechnet in Millisekunden die Kollisionswahrscheinlichkeit und das Verletzungsrisiko für alle Beteiligten. Sie wählt dann den Weg, bei dem der geringste Schaden entsteht.

Der Selbsttest im Fahrsimulator

Anna (Reporterin): Ich teste jetzt einen Autosimulator, um zu sehen, ob ich besser fahre als eine KI. Die Simulation erinnert ein bisschen an das Spiel GTA. Es gibt keine anderen Autos, was es einfacher macht, aber die Fahrbahn ist teilweise dreckig oder es tauchen Hindernisse auf.

Sprecherin: Das Ergebnis zeigt: Eine gut trainierte KI sieht Probleme viel früher als ein Mensch und kann schneller und sicherer reagieren.

Chancen und Risiken

Reporter: Überwiegen die Gefahren oder die Chancen?

Experte: Wenn ich aus dem Bauch heraus entscheide, würde ich sagen, dass die Risiken überwiegen. Die Chancen können wir nur dann gut nutzen, wenn wir als Gesellschaft an der Entwicklung teilhaben und mitentscheiden, wie die Zukunft aussehen soll.

Fazit der Reporter

Jesse: Es war echt cool hier. Besonders toll fand ich, dass man viele Sachen selbst ausprobieren konnte und nicht nur Texte lesen musste.

Sprecherin: Mir hat gut gefallen, dass es weniger Infotafeln gab, sondern mehr Austausch mit Experten. Unsere Fragen haben immer ein offenes Ohr gefunden. Man hat viel gelernt und die Zeit verging wie im Flug.