Magazin für die pädagogische Praxis
Junge Perspektiven

Mehrere gestapelte Röhrenfernseher, auf denen Retro-Videospiele laufen und Merchandise aus verschiedenen Videospielen

Videospiel- und Filmmusik

Interview mit Musikproducer Vincent Lee

Videospiele zählen für viele als Kulturgut. Neben fantastischen Spielwelten und ikonischen Charakteren, gehört noch etwas ganz Essenzielles dazu, dass die Videospiele erst richtig zum Leben erweckt: die Musik. Sie ist weit mehr als nur Begleitung, denn sie beeinflusst auch Emotionen und Alltag. Wie sich Videospielmusik weiterentwickelt hat, welche spezifische Wirkung sie noch entfaltet und was Musikproducer Vincent Lee über seine Arbeitsweise verraten kann, erläutet dieser Beitrag.  

Der Beitrag ist im Rahmen eines MedienConcret-Barcamps auf der Gamescom entstanden.

Transkript

Soundtracks der Träume – Die Evolution der Videospielmusik

Moderatorin (Pauline): Wusstet ihr, dass das erste Videospiel Tennis for Two von 1958 völlig lautlos war? Erst 1978 brachte Space Invaders mit vier simplen Tönen Rhythmus in die Gaming-Welt. Heute hören wir ganze Orchester, wenn wir in unsere Lieblingswelten abtauchen.

Musik erfüllt dabei wichtige Funktionen: Sie erzeugt Emotionen, dient als Foreshadowing für Gefahren und schafft durch ikonische Melodien wie bei Zelda eine unverwechselbare Identität.

Vincent Lee: Zwischen Gaming und YouTube

Wir haben auf der Gamescom mit dem Musikproduzenten Vincent Lee gesprochen. Er hat nicht nur Musik für Spiele wie Elseworld gemacht, sondern ist auch der Kopf hinter vielen Hits von Julien Bam.

Pauline: Macht es einen Unterschied, ob du für ein Spiel oder einen Kinofilm komponierst?

Vincent Lee: Eigentlich nicht. Der Prozess ist ähnlich: Man spricht mit der Regie über deren Vision. Nur die technische Anlieferung der Dateien unterscheidet sich am Ende ein bisschen.

Strategien gegen die Blockade

Pauline: Hast du manchmal Schreibblockaden?

Vincent Lee: Ja, beim aktuellen Kinofilm wusste ich erst gar nicht, was ich machen soll. Ich habe mir dann Filme aus demselben Genre angesehen und die Soundtracks analysiert. Ich ziehe dann eine Quersumme aus dem, was passt, und fange an zu schreiben. Wenn ich einen Hänger habe, hilft es immer, Musik zu hören.

Fazit

Vincent Lee: Die Arbeit mit Julien Bam ist für mich das Nonplusultra – wir haben da über die Jahre eine richtige Legacy geschaffen. Auch wenn ich viele Anfragen wegen Zeitmangels ablehnen muss: Es macht mir immer noch riesigen Spaß, Visionen musikalisch umzusetzen.